Verbesserung der Qualität in Kitas

Verbesserung der Qualität in Kitas

 

Macht man sich einmal die gewaltige Verantwortung klar, die man in die Hände der Erzieherinnen legt, sollte man sich einmal Folgendes überlegen:

 

Wenn wir mit einem Flugzeug in den Urlaub fliegen, so lehnen wir uns entspannt in unseren Sessel zurück. Wir wissen: der Pilot hat eine fundierte Ausbildung, verdient viel Geld für seine Arbeit, tariflich vorgeschriebene Ruhepausen werden seitens der Fluglinien strengstens überwacht.

Und weil hier alle nötigen Rahmenbedingungen geschaffen worden sind, wissen wir: der Pilot wird uns sicher an unser Ziel bringen.

 

Wem vertrauen wir unsere Kinder an?

Den Beruf des Erziehers kann man nur mit einer unermesslich großen Portion an Idealismus und Selbstaufgabe durch führen.

Nach einer differenzierten und umfangreichen Ausbildung kann ja nichts mehr schief gehen, sollte man meinen.

Jedoch ist das tägliche Stresspensum gewaltig!

 

 

Eltern wissen, wie fordernd Kleinkinder nach Zuwendung sind. Sie fordern und wollen gefordert werden.

 

Finanziell wird die wertvolle Arbeit mit unseren Kindern leider sehr wenig honoriert.

Durch die umfangreiche Bürokratisierung durch KiBiz wird das Ganze jetzt noch auf die Spitze getrieben: Nicht nachvollziehbare Zahlenschlüssel geben nun vor, für welche Anzahl von Kindern eine Erzieherin nun zuständig ist und zwar im starren Korsett von Öffnungs- und Schließungszeiten, unter Berücksichtigung von Urlaub und Ausfall durch Krankheit...und „Abfeiern“ von Überstunden, da diese nicht ausbezahlt werden dürfen.

Die Folge: die perfekte Organisation seitens der jeweiligen Einrichtungsleitung, ein wunderbar  funktionierendes Team – Ja! 

Aber so darf es nicht sein! Denn ständige Überlastung führt zu Stress und arbeitsbedingten chronischen Erkrankungen.

„Und irgendwie überwindet man  jede Katastrophe...“ darf nicht zum Motto des Arbeitsalltages werden.

 

Erschreckender Weise hat folgendes Zitat aus dem Internetforum www.derwesten.de * inzwischen Allgemeingültigkeit erlangt:

 


„Wer sich noch an einen Kindergeburtstag bei 3 bis 4 jährigen erinnern kann, der weiß, wie schön 8 zu beaufsichtigen sind. Das soll sich nun jeder mal mit 20 Kindern vorstellen und mir dann sagen, wie hier ein Kind gefördert werden kann: In der Regel kann man froh sein, wenn nicht schlimmes passiert.
Dazu kommt dann noch, dass defektes Spielgerät  erst nach über 2 Jahren ausgetauscht wird. Und sich die Eltern zum putzen treffen, da die Stadt ihr Reinigungspersonal optimiert hat“.



Natürlich setzen sich die meisten Erzieherinnen voll für ihre Schützlinge ein, da sie ihnen ja auch ans Herz gewachsen sind. Aber wir als Gesellschaft müssen endlich lernen zu honorieren, was uns wichtig ist: Die Arbeit in Erziehungs- und Pflegeberufen!

 

Die Zentrumspartei sieht es als eines der Hauptforderungen an unserer Landesregierung an, eine bestmögliche Basis für Bildung und Ausbildung für unsere Kinder zu schaffen. Qualität und Fürsorge entsteht nicht auf einem Schreibtisch auf dem Zahlenschlüssel gegen gerechnet werden.

Deshalb sind wir kommunal dazu aufgerufen, Lücken des KiBiz zu schließen, solange die Landesentscheidung unverändert ist.

 

* http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/2008/4/14/news-37986973/detail.html?gclid=CLXYge6I9ZkCFUYJ3wodAXbqRw

 

 

 

 

Forderungen der Zentrumspartei:

  •   Mehr Flexibilität in der Nutzung der Blockzeiten

 

  •   Das Land/die Kommunen bezuschussen die Gehälter der Erzieher/ -innen. Dadurch könnten Überstunden in einem gewissen Rahmen abgedeckt oder zusätzliches Personal eingestellt werden, um bessere Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag zu schaffen.

 

  • Wir fordern den von Minister Armin Laschet (Minister für Generationen, Familien, Frauen und Intergration) zugesagten Dialog, von Landesregierung und Kommunen, zu dem ab  01. August 2008 in Kraft getretenen KiBiz.

 

Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Überprüfung und Überarbeitung dringend notwendig erscheint, da die überwiegende Anzahl der zugrunde gelegten Aufgaben nicht mit einander korrespondieren und sich gegenseitig ausschließen.

Fazit:

Das Experiment KiBiz ist gescheitert!?

Wollen wir, dass derartige Experimente im Bildungsbereich an unseren Kindern durchgeführt werden?

Wäre es nicht sinnvoller exemplarisch derartige Projekte im kleineren Rahmen zu testen, bevor sie flächendeckend eingeführt werden?

Anlagen:
Diese Datei herunterladen (Beitrag Finanzielle Verb Kita.doc)Beitrag Verbesserung der Qualität in Kitas[ ]31 Kb17.04.2009 07:41
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. April 2009 um 07:34 Uhr