| Berlin: "Helden" unerwünscht! |
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Angesichts der ständigen bewaffneten Bedrohung städtischer Mitarbeiter durch nicht näher bezeichnete Bevölkerungsgruppen wünschen sich die Beamten des Ordnungsamtes für Außeneinsätze Stichschutzwesten zum Schutz ihres Lebens. Der zuständige Stadtrat Marc Schulte lehnt ab. Beamte, die nicht um ihr Leben fürchten, könnten sich zu Heldentaten ermutigt fühlen und womöglich dem Gesetz Geltung verschaffen. Das ist nicht gewünscht. Die Berliner Zeitung berichtet: Aus Angst fordern Ordnungsamt-Mitarbeiter bessere Ausstattung wie Schutz-Westen. Stadtrat ist dagegen. Im Einsatz wird er oft bedroht und beschimpft. Für Kiez-Cop Uwe K.* vom Ordnungsamt Charlottenburg sind diese Szenarien Alltag. Dennoch spricht sich der zuständige Stadtrat gegen stichsicherer Westen aus, wie sie der Personalrat fordert. Uwe K. ist fassungslos. „Der erste angestochene Kollege landet auf dem Schreibtisch vom Stadtrat“, sagt der Ordnungsamt-Mitarbeiter. „Es ist verantwortungslos, uns bei Razzien möglichen Attacken schutzlos auszusetzen.“ Während dieser Einsätze tragen die Polizisten Schutzwesten, Uwe K. und seine Kollegen jedoch nicht. Regelmäßig ist er zwischen Hardenbergplatz und Bahnhof Zoo auf Streife, verteilt Anzeigen wegen unerlaubten Verkauf von Speisen oder Glücksspiel. Im Preußenpark eskalierte die Situation. „Es ging um das Grillverbot. Plötzlich standen 30 Männer um uns, bedrohten uns. Alle Reifen unseres Dienstfahrzeugs wurden aufgeschlitzt.“ Der Familienvater ist besorgt. „Natürlich mischen wir uns nicht Konflikte ein, sondern rufen die Polizei, aber vieles passiert im Affekt.“ Seit der letzten WM fordern die Mitarbeiter des Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf stichsichere Westen. Erst kürzlich reichte Florian P. Block von der FDP-Fraktion eine Kleinen Anfrage zum Thema ein. Bezirksstadtrat Marc Schulte wiegelt ab: „Ich bin gegen die Westen. Wer eine Schutzweste trägt, könnte sich ermutigt fühlen, den Helden zu spielen.“ Für Uwe K.* sind das Ausreden. Der Bezirk scheue Kosten. „Aber die 200 Euro pro Weste sollte die Sicherheit der Mitarbeiter wert sein.“ Hier irrt der gute Mann vermutlich. Es ist durchaus glaubwürdig, dass es den Berliner Machthabern nicht um 200 Euro geht, sondern genau darum, was sie sagen: Kein Einheimischer soll sich ermuntert fühlen, gegenüber den neuen Herren der Stadt das Haupt zu erheben.
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