Die mediale Hinrichtung des Herrn Sarrazin





Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 13.09.2010


Es wirkt wie von Seite 1 des Fachbuches für Politologie, politischer Soziologie oder irgendeiner Medienwissenschaft abgedruckt.

Thema: „Wie richtet man einen Überbringer schlechter Nachrichten hin und diskreditiert / bzw. verharmlost damit diese schlimme Botschaft selbst ?“

Das immer wieder für derartige Vorgehensweisen taugliche Instrument basiert auf dem menschlichen Neid.

Ein besonders gutes Beispiel liefert uns das blanke Leben – nämlich mit den Vorgängen um den Abgang des Herrn Sarrazin aus dem Bundesbank – Vorstand.

 

 

 

Laut einem immer wieder zitierten Spiegel Bericht lässt sich Thilo Sarrazin seinen Rückzug aus der Spitze der Bundesbank gut bezahlen Er soll eine um 1.000 Euro brutto höhere Pension durchgesetzt haben. Dem Bericht zufolge schaltete sich das Präsidialamt aktiv als Vermittler in den Konflikt zwischen Sarrazin und der Bundesbank ein, nachdem die Bundesbank bei dem Bundespräsidenten Sarrazins Entlassung beantragt hatte. Durch diese Vermittlung sei doch noch eine gütliche Einigung zustande gekommen. Das ist ein Segen für den Bundespräsidenten und für die Bundeskanzlerin, die sich bekanntlich in dieser Angelegenheit dilettantisch verhalten hatten.

Sarrazin sei „ vom Stamme Nimm“ habe eine Führungskraft der Bundesbank gesagt. Und natürlich wurde genau das Zitat – was für ein Zufall ! – an die Presse getragen und veröffentlicht.

 

Der SPD Politiker Sarrazin ist bekanntlich 65 Jahre alt und wird nun nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank ab Oktober eine Altersversorgung von rund 10.000 Euro brutto erhalten. Diese deckt auch seine früher erworbenen Ansprüche als Berliner Finanzsenator, als Staatssekretär in Rheinland – Pfalz, und als Beamter im Bundesfinanzministerium ab. Anderen Quellen zufolge soll er auch noch eine Art Entschädigung für die Differenz zwischen dieser Pensionszahlung und seinem regulären Gehalt für die Dauer seiner vertragliche vereinbarten Dienstzeit erhalten.

Das alles soll gegeneinander verrechnet worden sein. Aber Genaues weiß man nicht, und es spielt hier sowieso keine Rolle.

 

Und nun kommen wir zum Neid als nützliches Instrument der Hinrichtung des Sarrazins des Überbringers schlechter Nachrichten.

Denn wir alle – bis auf wenige Ausnahmen – hätten liebend gern eine Pension von 10.000 Euro brutto monatlich. Deshalb wird bei einem Teil unserer Zeitgenossen zwingend der Blick von der Botschaft auf die prachtvolle finanzielle Ausstattung der Person Sarrazin gelenkt. Vielleicht schwingt auch ein... „er hat es nur gemacht, um mehr Geld  zu bekommen!“ dabei mit.

Die lästigen und bekannt gewordenen Feststellungen von Thilo Sarrazin werden dadurch relativ entwertet und für bestimmte interessierte Personen und Gruppen ungefährlicher.

 

Thilo Sarrazin hat Glück, denn es wird „nur“ seine Ehre verkürzt und er nicht selbst ein Kopf kürzer gemacht oder selbst verbrannt. Galilei Galileo ( 1564 - 1642 ) hatte musste viele Jahre lang Verfolgungen durch die Inquisition erdulden, wurde sogar zur lebenslanger Kerkerhaft verurteilt ( faktisch auf eine Art Hausarrest gemildert ), weil er offenkundige Wahrheiten über Sonne, Erde und Sterne veröffentlicht hatte. Er wäre zum Tod verurteilt und hingerichtet worden, wenn er nicht in höchster Not seine Erkenntnisse widerrufen hätte.  Er soll dann beim Verlassen des Gerichtssaales gemurmelt haben:... „und sie ( die Erde ) bewegt sich doch !“

 

Den jämmerlichen Inquisitoren der Gegenwart, den politischen Irrlichtern und den entsprechenden medialen Meinungsmachern, wird wohl egal sein, wie sie einst in der Rückschau beurteilt werden – sie wollen die Macht jetzt. Dabei werden nicht wenige davon diese Macht nicht selbst sondern nur im Dienste bestimmter Interessengruppen ausüben dürfen.

Gemeinsam sind der damaligen und der heutigen Inquisition der Kampf gegen die Freiheit des Denkens und der freien Meinungsäußerung. Da dürfen sich die Damen und Herren in Talkshows noch so seriös gerieren und noch so scheinbar vernünftige und angeblich gesellschaftshygienische Begründungen vortragen – sie offenbaren häufig genug ein sehr einfach gestricktes ideologisch eingefärbtes Weltbild.

Sie haben – aus welchen Gründen auch immer – das Entstehen dieser Zustände aktiv befördert oder durch Unterlassen entstehen lassen. Als harmlosesten Begründung für dieses unverantwortliche Tun fällt einem nur Multi – Kulti – Heiteitei ein. Natürlich werden diese Leute und Gruppen niemanden ihre wahren Beweggründe offen legen. Jemand, der wie Thilo Sarrazin die politisch korrekte Decke lüftet, muss deshalb als störend oder gar als gefährlich gelten.

Deshalb noch einmal: Ins Feuer mit ihm – oder aber mindestens gesellschaftlich diffamiert und unmöglich gemacht.

 

Alles nachzuschlagen in dem oben genannten Fachbuch, Seite 1.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. April 2011 um 12:27 Uhr