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Sind Sportwaffen generell Mordwaffen und welche Folgerungen sind daraus zu ziehen ? |
Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 15.03.2009
Autoren und Liedermacher wollen Schulboykott, weil sie angeblich um ihre Kinder fürchten.
Autoren und Liedermacher wie Hubertus Knabe, Ines Geipel, Gerhard Schöne und Stephan Krawczyk haben in einem Aufruf ein „Verbot von Mordwaffen als Sportwaffen sofort“ gefordert. Bis dahin rufen sie Schüler und ihre Eltern auf, den Schulbesuch zu verweigern. Es heißt weiter in ihrer Veröffentlichung, dass nach dem Schulmassaker in Erfurt Bundesregierung und Bundestag sieben Jahre lang Zeit gehabt hätten, den Besitz von tötungsfähigen Waffen für den Schießsport zu unterbinden. Der Liedermacher Gerhard Schöne kündigte auch an, dass er seine Kinder bis auf weiteres nicht zur Schule schicken würde. Solange die Schulen keine sicheren Orte seien, würden seine Kinder zu Hause bleiben. Das sei für ihn ein Akt zivilen Ungehorsams. Bedauerlichweise hat die marktschreierische Vorgehensweise dieser Künstler und die fast komische Form postpubertären Trotzes des Herrn Schöne gegenüber dem Staat und der gesetzlich verankerten Schulpflicht das eigentliche Anliegen dieser Künstler ein wenig überlagert. Denn es ist klar, dass das Massaker in Winnenden ohne diesen leichten Zugriff zu einer Schusswaffe und großer Mengen von Munition nicht möglich gewesen wäre. Das gilt übrigens für sehr viele andere Fälle in Deutschland und USA – aber auch in scheinbar sehr friedlichen Ländern wie beispielsweise Finnland. Natürlich hätten Amok - Läufer sich anderer Mordwaffen bedienen können – beispielsweise ließe sich das auch mit einem Kraftfahrzeug bewerkstelligen. Jedoch ist im Regelfall dann die mörderische Effizienz und auch die Symbolik geringer. Erschreckend war für alle Außenstehenden, in diesem Zusammenhang zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass Millionen von Schusswaffen und Munition in deutschen Haushalten lagern. Das sollen zigmal mehr Waffen sein als bei der Polizei.
Und der weitaus größte Teil soll sich in den Privathaushalten von Sportschützen befinden.
Interessierte Verbandsvertreter dieser Sportschützenvereine /-verbände haben als Begründung für die Notwendigkeit, dass diese „Sport-/ Mordgeräte“ bei den einzelnen Mitgliedern zu Haus aufbewahrt werden müssen, angeführt, dass das Risiko noch größer wäre, wenn die Waffen in den Schützenhäusern am Rande der Ortschaften aufbewahrt würden. Eine große Ansammlung von vielen Schusswaffen an einer derartigen Stelle wäre für Kriminelle und Terroristen wie ein Selbstbedienungsladen. Zwar hat man noch keine plausiblen Gründe von diesen Lobbyisten gehört, warum nicht mindestens die Munition an anderer Stelle – beispielsweise bei der örtlichen Polizeidienststelle - aufbewahrt und bei Bedarf in geringen Mengen herausgegeben werden sollte. Denn: Schusswaffen ohne Munition sind nicht brauchbar. Viel wichtiger ist aber die Frage: Was macht es überhaupt nötig, dass der Schießsport mit echten Schusswaffen ausgeführt wird ? Niemand wird den Schützen ihren Spaß verwehren und den echten Sportlern unter ihnen ihr Sportgerät nehmen wollen. Aber müssen das echte Waffen sein ? Ist es wirklich so abwegig, Sportwaffen mit denen man morden kann, als „Mordwaffen“ zu bezeichnen ? Es gibt vielerlei Techniken, mit Hilfe der modernen Elektrik und Elektronik Sportwaffeneffekte zu simulieren. Diese ungefährlichen Sportwaffen könnten bestimmt auch so gestaltet werden, dass sie den interessierten Schützen das richtige Waffengefühl vermittelten. Ganz sicher wird es möglich sein, sie so zu gestalten, dass die Sportschützen damit trainieren können, dass sie für ihre nationalen und internationalen Wettkämpfen unter gleichen Bedingungen wie mit „normalen Sportwaffen“ antreten können. Aber dagegen gibt es ganz offensichtlich Widerstände, die im hohen Maße bedenklich stimmen. Beispielsweise ist die Herstellung von und der Handel mit Waffen recht lukrativ. Die Internationale der Händler des Todes geben sich gern bürgerlich – und vielleicht könnte die Unterabteilung „Jagd – und Sportwaffen“ – auch einige der Attribute dafür erfüllen. Aber klar ist auch, dass sie wissen, was sie tun, denn sie weisen zu gern darauf hin, dass nicht die Waffen an sich schlecht seien, sondern der Mensch, der sie missbrauche. Diese dürftige Argumentation entspricht zu sehr der der Lobbyisten von Herstellern, Händlern und Schießwütigen in den USA. Wir kennen das Sprichwort: „Gelegenheit macht Diebe!“ Soll das wirklich ausnahmsweise nicht in diesem Fall gelten ? Verständlich ist, dass in diesem Zusammenhang wieder über die Notwendigkeit des generellen Verbotes von Killerspielen gesprochen wird, weil das zu einer Verstärkung des Gewaltpotentials und zur Nachahmung führe. Komisch ist dabei umgekehrt, dass man nicht über die Gewalt verherrlichenden Sendungen im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen spricht. Unverständlich ist dagegen, dass nicht über den Vater des Täters gesprochen wird, der durch seinen nachlässigen Umgang mit seinen Sportwaffen diesen Massenmord und die Selbsttötung erst ermöglicht hat. Wie viele Sportschützen handeln wirklich so, wie die Gesetzeslage es vorschreibt ?
Soll vermieden werden, dass sich die öffentliche Diskussion in eine unerwünschte Richtung hin entwickelt ?
Wir von der Deutschen Zentrumspartei erwarten, dass alle Aspekte dieser menschlichen Katastrophe auf den Tisch kommen. Nichts darf ausgespart bleiben, auch nicht die vom Bundesinnenminister abgelehnte Verschärfung des Waffenrechtes.
Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.
Aber ganz sicher steht die Entwaffnung der Privathaushalte an erster Stelle, denn aus Sportwaffen können sehr schnell Mordwaffen werden.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 17. April 2011 um 08:54 Uhr |