Umsturz in der FDP / Junge Garde erobert sich die Macht


Dr.Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 06.04.2011     
                    
Unerhörtes ist geschehen: In der Freien Demokratischen Partei - früher lange bekannt unter F.D.P. ( Man beachte die Punkte! Nunmehr muss es ohne gehen ! ) hat eine Verschwörergruppe die Macht erobert. Es handelt sich um Dr. med. Philipp Rösler ( 38 ) an der Spitze, der von seinen Mitverschworenen, dem bisherigen und neuen Generalsekretär Christian Lindner ( 34 ) und dem NRW – FDP – Chef Daniel Bahr ( 34 ) für diesen Umsturz mit sanfter Gewalt auf die politische Bühne geschoben wurde. Freiwillig – so heißt es - wollte er dahin nicht gehen. Formell handelt es sich um die Ernennung zum Kandidaten für den Chefposten auf Bundesebene in der FDP. Dieser soll dann auf dem nächsten Bundesparteitag erobert werden. Die Parteitagsdelegierten werden dafür einen würdigen Rahmen schaffen. Die Klatschometer werden von der Firma Mövenpick gesponsert.
Viel wichtiger als dieser Ritterschlag im Mai ist ein Sitzplatz ab sofort in unmittelbare Nähe der Bundeskanzlerin Merkel mit einer direkten Aussicht auf die merkelschen Hosenanzüge, wie es einem "Vizekanzler" zusteht.
Diese Position "Vizekanzler" hat zwar keine staatsrechtliche Bedeutung, aber sie schmückt ungemein.

Den degradierten bisherigen Vizekanzler und Noch – Parteivorsitzenden, einen gewissen Guido Westerwelle, erwartet zwar nicht die Guillotine wie in der Französischen Revolution seit 1792, sondern ein weniger prestigeträchtiger Sitzplatz am Kabinettstisch – wahrscheinlich dort, wo früher der Anführer des Umsturzes, Dr. Philipp Rösler, gesessen hat.
Dem Vernehmen nach hat der Entmachtete noch das Recht, sich als Außenminister zu bezeichnen und weiter verschiedene Hauptstädte zu bereisen. Er wird es wohl aber zukünftig in Büßerpose machen müssen, denn alle werden mit dem Finger auf ihn zeigen.

Dem Bundeswirtschaftsminister Brüderle kommt der Verdienst zu, durch sein hartnäckiges Beharren auf seiner Pfründe den Okkupanten Widerstand geleistet zu haben, denn auf diesen Posten sollen es die Verschwörer ebenso abgesehen haben. Im Windschatten des Umsturzes war es auch den anderen FDP – Granden gelungen, sich als "nicht betroffen" bzw. "u.k. /unabkömmlich" zu deklarieren und damit einem Bedeutungsverlust und einer Minderung ihres Einkommens zu entgehen.

Mit diesem Umsturz in der FDP bzw. dieser Umwertung aller Werte wird – so behaupten die Revoluzzer – alles besser werden. Sogar eine Formel soll gefunden worden sein, die das Überleben der FDP zukünftig sichern soll. Es wird sogar gemunkelt, dass man jetzt einen FDP – "Stein der Weisen" hat, nämlich: eine vernünftige Begründung für die Existenzberechtigung dieser sonst wohl überflüssigen Partei. Das ist in Analogie zu der Funktion des "Steines der Weisen" im Mittelalter zu sehen, dessen Einsatz zur Umwandlung von unedlen Metallen in Gold oder Silber führen sollte.

Allerdings soll es Zeitgenossen geben, die aus Rationalisierungsgründen vorgeschlagen haben, auf eine eigene Partei zu verzichten und dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände bzw. den Deutschen Industrie - und Handelskammertag (DIHT) in Personalunion mit den politischen Aufgaben dieser Partei der Besserverdienenden / also der FDP zu beauftragen. Man könnte – so soll es heißen – damit eine Menge Geld sparen und außerdem sei ohnehin das Original besser als ein Plagiat namens FDP.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 10. April 2011 um 13:05 Uhr