Dr.Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 07.03.2011
Gut gemeint ist lange noch nicht identisch mit gut gemacht. Im Falle des "Biokraftstoffes" E 10 haben wir es zwar nur mit einer der vielen Ökodummheiten zu tun, die grundsätzlich aus einer guten Absicht heraus entstanden sind – aber es handelt sich um ein besonders eindrucksvolles Beispiel für ein negatives Ergebnis.
Mit dem Biosprit, genannt "Super E 10", sollte die CO 2 - Bilanz des Autoverkehrs verbessert werden. Als Mittel dazu sollte nach dem Willen besonders der Ökoaktivisten und vieler Mitläufer in der Politik nicht nur in Deutschland das Benzin mit Ethanol gestreckt – gegebenenfalls auf lange Dauer hin - ersetzt werden.
Bioethanol ( Ethylalkohol) wird mit Hilfe biochemischer Methoden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen ( Mais, Kartoffeln, Roggen, Weizen, Zuckerrüben, Zuckerrohr sowie aus Holz und Stroh ); in Deutschland wird hauptsächlich Getreide verwendet.
"E10" bedeutet, dass 10 % Bioethanol dem Benzin beigemischt wird.
Indem die fossilen Kraftstoffe mit Zusätzen gestreckt werden, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, wollte und will man auch die Abhängigkeit vom Erdöl verringern.
Dieser Aspekt soll jetzt hier vernachlässigt werden.
Zugunsten einer Beimischung von Bioethanol wird argumentiert, dass dadurch eine bessere Umweltbilanz entstünde, da durch die Verbrennung nur so viel klimaschädliches Kohlendioxyd ( CO 2 ) entsteht, wie die Pflanzen beim Wachstum der Atmosphäre entzogen haben.
Nach Ansicht aller Experten stimmt das zunächst einmal nicht, da zum Anbau der Pflanzen und der Umwandlung in Bioethanol zusätzlich fossile Energie verbraucht wird. Zudem können mit den bisherigen industriellen Techniken nur geringe Teile einer Pflanze in Ethanol verwandelt werden.Außerdem erhöht das Biobenzin den Verbrauch – und zwar, je höher der Ethanolanteil ist. Das gilt entsprechend auch für Biodiesel.
Ist schon allein die Umweltbilanz für Biobenzin an sich und dementsprechend für den 10 %- igen Bioethanolanteil im Benzin ( analog gilt Gleiches auch für Biodiesel ) schlecht, sind die Folgewirkungen dieses Ökoschwachsinns katastrophal.Motoren könnten diesen neuen Sprit nicht vertragen und ihren Geist aufgeben. Auch wenn der Motor scheinbar zunächst den Kraftstoffmix verträgt, muss viel häufiger ein Ölwechsel gemacht werden, weil er sonst auf längere Sicht hin geschädigt wird.
Wie aus verschiedenen Veröffentlichungen zu entnehmen ist, gibt es keine abgeschlossenen Langzeitstudien mit diesem neuen Kraftstoff. Das ist entweder verdächtig, da man unterstellen kann, dass die Verantwortlichen sich davor scheuen, dabei auf einmal negative Auswirkungen feststellen und veröffentlichen zu müssen.
Oder aber: Diese Langzeitstudien sind aus Schlamperei oder sonstiger Verantwortungslosigkeit entfallen. Das wirft erst recht kein gutes Licht auf die Verantwortlichen.
Noch schlimmer sind die Folgewirkungen für Mensch und Natur . Weltweit werden wertvolle Anbauflächen für Nahrungsmittel durch Energiepflanzen besetzt. Das führt zu einem vermehrten Einsatz von Pestiziden und zur weiteren Rodung ( meistens in der Form von CO 2 -trächtigen Brandrodungen ) von Wäldern. Das erhöht wiederum die CO 2 Emissionen weltweit.
Außerdem werden dadurch schützenswerte Naturräume vernichtet und es entstehen überall in der Welt Plantagen mit für den Biosprit nützlichen Pflanzen.
Dadurch, dass Lebensmittel wie beispielsweise Getreide in Tankfüllungen verwandelt werden, steigt dafür die Nachfrage und damit der Preis. Und das trifft hierzulande und überall auf der Welt wiederum hauptsächlich die Armen. Kann und darf eine von Verantwortung getragene Politik überhaupt dieses akzeptieren ?
Nur die Landwirtschaft und ihre Lobbyisten freut diese Entwicklung der Nahrungsmittelpreise.
Diese Erde ist unserer Generation von Gott nur treuhänderisch anvertraut - und zwar allen lebenden Menschen. Diesen zugegebenerweise konservativen und moralischen Hinweis sollten auch die vom Ökowahn benebelten Hirne endlich begreifen!!
Wir brauchen mehr Vernunft und mehr Verantwortungsbereitschaft in der Politik!