Welcher Islam gehört zwischenzeitlich auch zu Deutschland – Herr Bundespräsident ?


Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg                  06.03.2011


In diesen Tagen zeigte der fundamentalistische Islam sein wahres Gesicht: In Pakistan wurde Shahbaz Bhatti, der einzige Christ in Pakistans Kabinett, Minister für religiöse Minderheiten, von den Taliban ermordet. 
Im Flughafen Frankfurt erschoss ein Islamist, dessen Familie aus dem Kosovo stammt, aber selbst in Deutschland aufgewachsen ist, zwei amerikanische Soldaten, die auf dem Wege nach Afghanistan und in den Irak waren und verletzte andere teilweise schwer. Ob und in welchem Umfang der Täter direkte Kontakte in die islamistische Szene hatte, ist zur Zeit noch nicht abschließend geklärt.
Wie viel und wo gleichzeitig andere Menschen dieser modernen Christenverfolgung zum Opfer fielen, melden die Medien nicht – aber es dürften sehr viele gewesen sein. Christen sind mit Abstand die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft auf der Erde.

Dann wurden wir in diesen Tagen wieder einmal von einem wahlkämpfenden türkischen Ministerpräsidenten Erdogan heimgesucht, der unter anderem davon schwafelte, dass sich so etwas wie eine Islamophobie in Europa und Deutschland entwickele. Und das sagte ein Politiker, der im eigenen Land den Christen das Leben schwer macht! Darüber hinaus dürfte es nicht schwer sein, seine öffentlichen Bekundungen richtig zu deuten: Es scheint ihm darum zu gehen, ein großtürkisches Reich herzustellen bzw. ein Neu – Osmanisches Reich als Großmacht zu restaurieren. Die hier lebenden Türken und die Deutschen mit türkischen Wurzeln betrachtet er als eine Speerspitze seiner Ambitionen. Man hat den Eindruck, dass seine ihn bejubelnden Anhänger das wohl verstanden haben und ihn dabei unterstützen.
( Hierzu vergleiche die verschiedenen Beiträge in diesem Auftritt.)

Die Spitze setzte dann allem der Herr Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime - aber nichttürkischer Herkunft - auf. Mazyek glaubt legitimiert zu sein, für die Muslime in Deutschland zu sprechen, deren Zahl auf insgesamt auf mehr als 4 Millionen geschätzt wird. Allerdings dürften mehr als eine Millionen davon Aleviten sein, die – wenn überhaupt – nur sehr begrenzt als Muslime zu sehen sind und deshalb voll in unsere Gesellschaft integriert sind. Von den übrigen praktiziert nur ein sehr geringer Bruchteil überhaupt den Islam.
Mazyek meinte im drohenden Unterton unter Bezug auf die große Gruppe Muslime, die er angeblich vertritt, eine Legitimation für eine Menge von Forderungen gegenüber der deutschen Gesellschaft und dem deutschen Staat zu haben.
Er tutet in das gleiche Horn wie Erdogan und spricht von einer sich in Deutschland ausbreitenden Islamphobie !!!
Sonst gibt er sich gern als modern, wenn er beispielsweise bestimmte Bekleidungsvorschriften u.ä.m. nicht als zwingendes Gebot für den gläubigen Moslem bezeichnet. Viele halten dieses nur für eine geschickte Tarnung, um dem organisierten Islam mehr Einfluss in unserem Lande zu verschaffen – im Kampf gegen alles, was das christliche Abendland ausmacht, einschließlich dem, was sich seit der Aufklärung in Europa und Deutschland durchgesetzt hat. Ob und inwieweit er dem islamischen Fundamentalismus nahe steht, ist nicht festzustellen.

Sieht man sich den Zentralrat der Muslime näher an, dann hat der Bundespräsident Recht: Der Islam ist tatsächlich in Deutschland angekommen. Aber dieser Islam wirkt mehr wie eine Versammlung von Hochstaplern, wenn man sie an ihrem Anspruch misst.
Daneben gibt es aber auch einen anderen Islam, eine Religion, die sich als human, tolerant, friedfertig und voller Glaubensgewissheiten definiert. Das ist eine dem Christentum vergleichbare Religion, die jeder einzelne in sich trägt und die sich überwiegend auf den Gläubigen allein bezieht. Wir kennen diese Spielarten dieses Islams unter anderem als Sufismus.
Gehört dieser letztgenannte Islam zu Deutschland – oder der sich immer mehr ausbreitende vormoderner dschihadistischer Salafismus ( Salafiyya ) – Herr Bundespräsident ? Dieser hat vor über tausend Jahren in grausamen Kriegen Vorder- und Zentralasien, Spanien und Teile Südosteuropas erobert und islamisiert; er beherrscht diese Gebiete immer noch ( bis auf Spanien) .
Dieser Islam hat nur Unheil in diese Welt gebracht.

Oder meinten Sie die Menschen, die Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Muslime / Mohammedaner, die in Deutschland eingewandert sind und im Rahmen der bei uns geltenden Gesetze und der hier herrschenden Wertvorstellungen Teil unserer Gesellschaft geworden sind?
Sie – aber nur sie - und ihre hier geborenen Kinder und Enkel sind uns auf dieser gemeinsamen Wertebasis herzlich willkommen.

Meinten Sie vielleicht diese, Herr Bundespräsident?

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Mai 2011 um 07:45 Uhr