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Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 07.01.2011
Das war wirklich ein Volltreffer, Frau Lötzsch !
Besser hätte es keiner geschafft wie Sie - mit Ihrem Aufsatz vom 03.01.2011 in der "jungen welt" . Er ist ausgesprochen ergiebig. Schon die Wahl dieser Zeitung mit diesem Namen ist ein Knüller, denn bis Ende 1944 war es die Bezeichnung für eine Jugendzeitung der NSDAP, also für die Hitler-Jugend.Danach, seit 1947, wurde daraus eine Wochenzeitung und seit 1952 eine Tageszeitung im Dienste der SED/FDJ, ebenfalls herausgegeben in Berlin. Nach einigen Wirren in der Nachwendezeit steht die Zeitung wieder stramm links und für derartige grundlegende Aufsätze wie dem von Ihnen, Frau Lötzsch, gern zur Verfügung. Soll man darüber sinnieren, ob es sich eigentlich um die gleiche Zeitung handelt, nur im Sinne von Kurt Schumacher jetzt rot lackiert ? Er bezeichnete bekanntlich die Kommunisten als "rotlackierte Faschisten" bzw."...Nazis" . Oder handelt es sich um eine Neugründung, die zufällig den gleichen Namen trägt? Naja, lassen wir das!
Natürlich handelt es sich bei Ihrem Aufsatz nur um theoretische Vorüberlegungen zu der von der "jungen welt" morgen, am 8.Januar 2011, im Urania Haus veranstaltetet Rosa – Luxemburg – Konferenz mit Linksextremisten, einschließlich einer Ex- Terroristin, zum Thema" Wo bitte geht`s zum Kommunismus ? Linker Reformismus oder revolutionäre Strategie – Wege aus dem Kapitalismus"!
Und natürlich dürfen Sie alles sagen und schreiben, was Sie wollen. Aber genauso wird man uns anderen nicht verbieten dürfen, bestimmte Schlüsse daraus über die intellektuelle, moralische und psychische Verfasstheit der agierenden Personen ziehen. Und dann ist es nicht mehr weit, zu der Einsicht zu kommen, dass hier Kommunisten und vergleichbare Gesinnungsgenossen argumentieren und agieren, die sich kaum von den Denkweisen entfernt haben, die vielen Millionen Menschen das Leben und noch sehr viel mehr die Freiheit und das persönliche Glück gekostet haben – und weiter kosten. Denn leider ist die Zeit der kommunistischen Diktaturen noch nicht vorbei, die der braunen Mordbestien und ihrer Verwandten ist es. – Gott sei Dank!
Wenn Sie, Frau Lötzsch, sich ein derartiges Strategiepapier anlegen und es sogar in Form eines Aufsatzes veröffentlichen, soll es natürlich gelesen werden. Und dann fällt sofort auf, dass Überlegungen zu den "Kollateralschäden" Ihres famosen Zieles "Kommunismus" fehlen. Deshalb hat man auch keinen endgültigen Beweis dafür, dass diese ihnen gleichgültig sind. Man kann es allerdings vermuten, denn dieses Fehlen kann als ein Hinweis darauf gedeutet werden, welche Position Sie einnehmen. Jedoch kann man auf die paar Krokodilstränen von Ihnen ganz verzichten.
Und dann kommt wieder Kurt Schumacher ins Bild, der von den Kommunisten als "rot lackierten Faschisten" sprach, und man nur in den ( meisten – nicht in allen! ) Parolen gewisse Unterschiede zwischen den Roten und den Braunen feststellen kann. Nicht zufällig handelt es sich in beiden Fällen um "Sozialisten", um sogenannte "Arbeiterparteien", um Braune und Rote. Ob man soweit gehen kann, dass man die NPD als Nachfolgepartei im Geiste der NSDAP und die Linke als Erbin der SED - und eingebettet in den mörderischen Geist der Stalinisten - ebenfalls als deckungsgleich ansehen kann, wie seinerzeit es Kurt Schumacher mit den Originalen tat, mag dahin gestellt bleiben. Aber sicher ist es bedenkenswert, was einige Hitzköpfe aus der CSU vorgeschlagen haben, nämlich, für Sie beiden ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht in Erwägung zu ziehen.
Insofern darf man Ihnen für Ihren Beitrag danken; er war sehr aufschlussreich.
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