Das war es dann – Frau Steinbach!



Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg                            21.09.2010

Das hätte man sich nicht träumen können, wie schnell jemand sich selbst aus dem Verkehr ziehen kann. Aus einer gestern noch ( zwar von einigen ) umstrittenen - aber von den vielen Menschen geachteten - Vertreterin der Interessen der Heimatvertriebenen wurde in mehreren Zwischenschritten eine dubiose Politikerin.

Sie war immer schon als sehr „kämpferisch“ bekannt und hatte in Polen wohl mehr als genug Feinde. Aber man kann nicht allen alles Recht machen – ganz besonders nicht, wenn man die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen ist.

Am Anfang des gegenwärtig laufenden Abstiegsprozesses der Erika Steinbach standen ihre ehrenwerten Bemühungen, ihre zwei Stellvertreter im Stiftungsrat der von ihr initiierten Stiftung Vertreibung, Flucht, Versöhnung“ wegen ihrer missverstandenen Bemerkungen zur Rolle Polens vor dem Überfall deutscher Truppen 1939 zu schützen.

Am Ende einer wohl undamenhaft bösartigen Diskussion mit der CDU – Parteispitze gab sie sich missverstanden und gemobbt . Sie kündigte in erster emotionalen Aufwallung an, sich nicht wieder um einen Sitz im Vorstand ihrer Partei zu bemühen.

 

Aber auch danach gab sie sich dauerhaft gekränkt – eine „beleidigte Leberwurst“. Auf einmal schlüpfte sie in eine neue Rolle: als Vertreterin einer besonderen Spezies, nämlich als Repräsentantin „der“ Konservativen. Mit ihrer subjektiv empfundenen Kränkung habe der CDU – Vorstand nicht nur Erika Steinbach beleidigt, sondern auch deutlich zu erkennen gegeben, dass man die Konservativen in dieser nach links gewendeten Partei nicht mehr wolle. Dass sie wohl auch meinte, der CDU – Vorstand habe mit ihr zusätzlich die für die CDU strategisch wichtige Gruppe der Vertriebenen und ihrer Nachkommen gekränkt, war sozusagen nur noch ein Tüpfelchen auf dem „i“.

Einige oberflächlichen Kommentatoren fielen darauf herein und versuchten sich in der Deutung der von Erika Steinbach ins Blaue hinein gemachten Behauptungen.

 

Aber die Rachsucht der Erika Steinbach kannte keine Grenzen und ihr möglicher Wunsch, noch mehr Schlagzeilen zu machen und insofern Thilo Sarrazin die Schau zu stehlen, suchte nach einem Opfer. Der polnische Deutschlandbeauftragte Wladyslaw Bartoszewski, ein ehemaliger Ausschwitz - Häftling kam ihr wohl gerade recht. Vielleicht vermutete sie direkt oder indirekt ihn hinter der öffentlichen Meinung, die sich gegen sie drehte. Vielleicht wollte sie endlich ein Hühnchen mit ihm rupfen...(?) Was immer es auch gewesen sein mag: Frau Erika Steinbach rastete aus.

Er habe „einen schlechten Charakter“ sagte sie im ARD – Morgenmagazin. Auf die erschrockene Nachfrage des Reporters bekräftigte sie: „Das sage ich ohne Wenn und Aber !“

Als dann der Sturm der Entrüstung losbrach, ruderte sie zurück. Sie bedauert ihre harsche Kritik an Wladyslaw Bartoszewski und begründete ihren verbalen Amoklauf mit den bei ihr angestauten Emotionen.

 

Das war es dann, Frau Steinbach!

Nichts qualifiziert Sie zur Sprecherin „der“ Konservativen. Denn, wenn man auch nur zaghaft den Versuch unternimmt, Konservatismus zu definieren, kommt man sehr schnell darauf, dass er auch einen zivilisierten Umgang mit anderen Menschen und die Zügelung eigener negativer Emotionen umfasst. Das gilt ganz besonders, wenn man – wie Sie – als Politikerin in der Öffentlichkeit steht!

Sie haben darüber hinaus dem Ruf des Bundes der Vertriebenen geschadet. Man kann sich gut vorstellen, dass das nicht folgenlos bleibt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. April 2011 um 14:07 Uhr