Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 07.09.2010
Auch wenn man den weitaus größten Teil der Aussagen des Herrn Thilo Sarrazin akzeptieren kann, stößt sein Biologismus und die sich daraus ergebenden Folgerungen unangenehm auf. Schlimmer noch: nicht vorinformierte Leser könnten gerade in der Frage der Intelligenz und Intelligenzentwicklung aufgrund des Sarrazinschen Argumentations- Kuddelmuddel in einer Verständnis-Sackgasse landen.
Eine möglichst allgemeinverständliche Darstellung erscheint deshalb nötig. Diese soll hier folgen. Eine Vereinfachung der entsprechenden Zusammenhänge ist unvermeidbar. Die Fachleute unter unseren Lesern mögen deshalb Gnade walten lassen.
Schon seit den alten Griechen wissen wir: Die menschliche Persönlichkeit ist das Produkt von Vererbung ( E) und Entwicklungsumwelt ( U ). Intelligenz als Teil der Persönlichkeit kann folglich modellhaft nur als eine Gleichung mit zwei Unbekannten dargestellt werden. Um die Angelegenheit noch zu komplizieren, ist bedauerlicherweise auch die Intelligenz (I) nur ein theoretisches Konstrukt.
Fangen wir einmal an:
E (für Vererbung/Erbe/Gene) + U (für Umwelt/Lernen/Förderung)
= I (für Intelligenz )
Zunächst sollte man wissen, dass I = Intelligenz – wie gesagt, ein theoretisches Konstrukt - nur durch entsprechende Test - Aufgaben gemessen werden kann. Intelligenz wird auch deshalb definiert „als das, was ein Intelligenztest misst“. Dabei wird unterstellt, dass die entsprechenden Tests die intellektuellen Anforderungen abbildet, die in einer entsprechenden Realität auftreten.
Das Ergebnis der Test - Messungen des Einzelnen kann man logischerweise nur mit dem Durchschnitt der Leistung aller Menschen etwa gleichen Alters vergleichen. Das kann dann weiter strukturiert werden, beispielsweise nach Geschlecht – aber lassen wir das hier.
Weiter: Da nicht alle Menschen einer Gesellschaft getestet werden können, muss man sich bei der Vergleichsgröße auf alle vorliegenden Messdaten von Getesteten begnügen und so tun, als seien es die Leistungen aller vergleichbaren Menschen.
Die entsprechende Größe kann man dann auf I = 100 Standardwerte setzen.
Also bis hierher: E + U = 100 für den Durchschnitt der Menschen einer Grundgesamtheit, sagen wir: für die Menschen in einem Land. Oder anders formuliert: Durchschnittlich haben dort die Menschen 100 Standardwerte oder Intelligenzpunkte oder...- wie immer man es nennen mag.
Zusammenfassend: Der Begriff der Intelligenz ist ausgesprochen unscharf . Damit zu arbeiten ist hoch risikobelastet. In diesem Beitrag ist es riskiert worden. Ob das jedoch ein ehemaliger Berliner Finanzsenator und jetziger Bundesbanker ohne Missverständnisse kann, ist fraglich. Thilo Sarrazin ist offensichtlich damit überfordert gewesen. Der Volksmund würde sagen: „Schuster bleib bei Deinen Leisten!“
Und nun zu unserer Gleichung mit den beiden Unbekannten E und U.
Man kann sie nicht lösen, sondern nur die Größe der einen oder der anderen schätzen. Und das hat weniger mit exakter Wissenschaft sondern höchstens mit mehr oder weniger qualifizierten Vermutungen aufgrund der einigermaßen abgesicherten Erkenntnisse aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen zu tun. Nicht unerheblich ist ferner der Zeitgeist.
Denn: Es gab Zeiten, in denen dem Erbe ein maximaler Einfluss zugeschrieben wird und Epochen mit der Umwelt als wichtigster Determinante.
Zur Zeit sieht es danach aus, als wenn die Umwelt am wichtigsten sei. Allerdings ist die Debatte im Fluss – nicht zuletzt aufgrund der Erkenntnisse der modernen Genetik. Jedoch ist es in diesem Zusammenhang im Sinne von Karl Popper ratsam, weitere Forschungsergebnisse abzuwarten. In unserem vereinfachenden Zusammenhang können wir darauf verzichten.
In dem Maße, indem die Umwelt für die Entwicklung des Menschen wichtiger ist, bedeutet es, dass erst nach seiner biologischen Geburt die eigentliche Menschwerdung beginnt: mit dem Erlernen des Sehens, des Verstehens und eigenaktiven Sprechens, dem Gehen, dem Verhalten gegenüber anderen Menschen, dem Verstehen, dem Lesen und dem Schreiben usw. Nach Zeugung und Geburt durch Mutter und Vater werden zunehmend die anderen Menschen in der Umgebung des Kindes wie die Geschwister, die Tanten, Onkel usw. und dann Kindergärtner/-innen, Lehrer/-innen, Religionslehrer usw. die Agenten der Menschwerdung. Aber auch die anderen Eindrücke der Umgebung spielen eine wichtige Rolle. Entscheidend ist demnach die Umwelt ( U ), besonders in welche Familie man hineingeboren wird, welche Sprache sie spricht, welche Wertsysteme sie vermittelt, welche Chancen sie dem Kind eröffnet usw.
Was aber und wie viel davon bestimmen die Gene – also das Erbe (E)?
Machen wir einmal folgendes Experiment mit zwei völlig gleichartigen Samenkörnern.
Dem einen Samenkorn sollte man optimale Bedingungen mit bestmöglicher Pflanzerde, bestmöglichem Standort, Dünger, Bewässerung usw. gewähren. Dem anderen Samenkorn gebe man die schlechtest möglichen Lebensbedingungen – gerade soviel, dass dieses Samenkorn keimt und dass sich eine Pflanze daraus entwickelt.
Wir alle können uns vorstellen, wie der Vergleich beider Pflanzen nach einem bestimmten Zeitraum aussehen wird: der Pflanze aus den optimalen Lebensbedingungen und der aus den lebensfeindlichen.
Bezogen auf die Intelligenz erscheint die Antwort auch klar: Kinder aus bildungsnahen Familien haben die Chance auf eine prächtig entwickelte Intelligenz ( I )– Kinder aus bildungsfernen Familien eben weniger.
Wie man unter diesen Umständen darauf schließen kann, dass Kinder aus bildungsfernen Familien mit muslimischen
Immigrationshintergrund entsprechend minderwertigere Gene aufweisen, weil ihre gemessene Intelligenz niedriger zu sein scheint, wirkt insofern unverständlich.
Bösartig und volksnah formuliert könnte man sagen: Allein der Tatbestand, dass die von Sarrazin genannten Türken und Araber usw. die deutschen Fleischtöpfe gewittert und sich hierher aufgemacht haben bzw. nach ihrer Gastarbeiterexistenz dickfällig hier geblieben sind, ihre Frauen nachgeholt, Familien gegründet und Parallelgesellschaften gegründet haben, könnte schon als Beleg für eine gute genetische Ausstattung und Ausbildung einer situationsangepassten Intelligenz gelten. Das gilt besonders für Scheinasylanten, die teilweise ein bemerkenswertes Geschick an den Tag gelegt haben und noch legen, um die Deutschen und die deutschen Behörden entsprechend zu täuschen.
Ganz grundsätzlich: Wieso sollen diese Menschen aus Anatolien oder Palästina eine schlechtere Ausstattung hinsichtlich der Gene haben, die dann zu dem theoretischen Konstrukt „Intelligenz“ ausbildbar sind, als die „Urdeutschen“ aus Wanne – Eickel ?
Und dann sind wir wieder – Entschuldigung ! - bei der herrschenden Meinung: Nur Bildung, und zwar von der frühesten Kindheit an, ist der Schlüssel zur Intelligenz und zur Integration in unsere moderne Gesellschaft. Mehr Bildung für die Kinder aus sonst intellektuell einfach gestrickten muslimischen Immigrantenfamilien schafft mehr Intelligenz in dem hier definierten Sinne und wird die meisten Probleme, die von Sarrazin angesprochen wurden, lösen – möglicherweise auch die, die sich aus einem ebenso primitiv interpretierten Islam ergeben.
Allerdings: Wenn diese Notwendigkeit, die Kinder, Enkel und Urenkel der hier eingewanderten muslimischen Immigranten zu bilden, nicht erkannt oder verhindert und bessere Bildung nicht sofort auch gegen Widerstand der Unvernünftigen und der Böswilligen durchgesetzt wird, dann droht uns allen schlimmes Ungemach entsprechend der Sarrazinschen Apokalypse.
Diejenigen, die auf allen Ebenen der Politik, die Möglichkeit dazu haben, müssen entsprechend handeln und den dämlichen und gefährlichen Politisch Korrekten – Multi – Kulti – Schwaflern sowie den Islamisten und allen denjenigen das Handwerk legen, die durch die Beibehaltung dieses schlimmen Status Quo ihre Vorteile ziehen. Dazu gehören auch die selbst ernannten Vertreter der muslimischen Immigranten und ihrer Verbände. Und alle Menschen mit muslimischen Immigrationshintergrund müssen entsprechend in die Pflicht genommen werden. Ganz besonders gilt das für die Eltern, die ihren Kindern die rechten Lebenschancen verweigert haben.
Wer sich nicht integrieren will, sollte gehen!
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