| Ablehnung der Fundamentalismen auf islamischem und pseudo – christlichem Hintergrund |
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Gleichzeitig verurteilte sie die Ankündigung des Anführers radikaler „Christen“ in den USA, Terry Jones, den 11. September – beginnend mit 2010 – zum Tag der Koranverbrennung auszurufen. Das sei „ schlicht respektlos. Abstoßend – einfach falsch“! Damit reiht sie sich ein in die große Gruppe der Kritiker wie beispielsweise Hillary Clintons, der Arabischen Liga, der EU und des Vatikans sowie der Vertreter der anderen christlichen Kirchen.
Was haben beide Ereignisse miteinander zu tun? Sehr viel, denn sie charakterisieren im besonderen Maße den Unterschied zwischen der christlich-abendländisch - humanistisch geprägten Auffassung von Demokratie und Freiheit – besonders der Meinungsfreiheit - auf der einen Seite und einem inhumanen religiös begründeten gegebenenfalls nur religiös verbrämten Fundamentalismus auf der anderen Seite.
Während im Islam der primitive Fanatismus aufgrund einer immer stärker rückwärts gewandten Interpretation leider wohl zunehmend zur „herrschenden Lehre“ geworden ist, wurde nach einigen Verirrungen im Mittelalter in der Gegenwart, ein derartiger Fanatismus, eine derartige „unchristliche“ Auslegung der Heiligen Schrift, fast völlig getilgt. Ohnehin eignet sich unsere Religion, die mit Recht als eine Religion der Gottes- und der Menschenliebe bezeichnet wird, nur schwer als Instrument fundamentalistischen Hasses gegenüber Andersgläubigen. Dass es aber hier und da auch heute noch kleine klerikalistische Gruppen unter uns Christen gibt, die sich unter Hinweis auf die mörderische Auslegung des Korans durch islamistische Hassprediger dazu hinreißen lassen, sozusagen als Revanche das heilige Buch des Islams rituell verbrennen zu wollen, kann nur bei uns auf Abscheu stoßen. Ähnlich werden auch all die anderen Menschen in unserer abendländischen Kultur empfinden, die sich zwar nicht ausdrücklich als Christen bezeichnend würden, sich aber durch die dem Christentum innewohnenden Humanität lenken lassen. Dabei spielt es keine Rolle, dass immer wieder fundamentalistische Islamisten sich nicht scheuten und scheuen, ihrerseits die Heilige Schrift bei allen möglichen Anlässen zu schänden. Gleiches darf aber nicht in diesem Fall durch Gleichem vergolten werden – erst Recht nicht unter Berufung auf das Neue Testament.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein wichtiges Detail im Zusammenhang mit dem merkwürdigen evangelikalen Prediger Terry Jones. Er hat nämlich die „Christlichen Gemeinde Köln“ in den 1980-er Jahren gegründet und bis 2008 geleitet. Diese Sekte, die sich auch als Freikirche bezeichnete, hatte Ende des letzten Jahrhunderts bis zu 1000 Gottesdienstbesucher – nunmehr soll sie etwa 60 – 80 Mitglieder haben. Terry Jones, einem ehemaligen Hotelmanager, wird vorgeworfen, diese „Freikirche“ mit obskuren Manipulationen, mehrwürdigen Heilsversprechungen, mit Angst und Kontrolle betrieben zu haben. Das Kölner Amtsgericht hatte ihn 2002 wegen Führens eines falschen Doktortitels zu einer Geldbuße von 3.000 Euro verurteilt. Später wurde Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung vermutet. Und zuletzt hat man ihn 2008 wegen „unhaltbarer theologischer Aussagen und Geltungssucht“ von der Leitung seiner Sekte entbunden. Seit 2008 ist er in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt; offensichtlich treibt er dort weiter sein Unwesen. Die Verantwortlichen glauben, ihn aufgrund der Rechtslage in den Vereinigten Staaten in seinem unchristlichen und schändlichen Tun nicht weiter stoppen zu können.
Und damit wird deutlich, was eingangs gesagt wurde: Kurt Westergaard und Terry Jones charakterisieren eindeutig den Unterschied zwischen den beiden Fundamentalismen: Während nach der Veröffentlichungen der Karikaturen massenhaft durch Hetz – Prediger aufgeputschte mohammedanische Massen auf die Straßen strömten, um den angeblich beleidigten Islam zu verteidigen, und zu diesem Zwecke dänische Fahnen verbrannten, die Bibel mit Füßen traten sowie dabei Menschen ums Leben kamen, stellen sich bei der angekündigten Koran – Verbrennung Politiker in Europa und Amerika, christliche Kirchen und die Masse aller rechtlich und human denkenden Menschen auf die Seite der Muslime.
Kurt Westergaard handelte im Rahmen der Meinungsfreiheit. Er wollte nur den Zusammenhang zwischen dem Islam und seinem Propheten auf der einen Seite und dem in seinem Namen verübten Terrorismus auf der anderen Seite zeigen. Er wollte informieren und wollte seine Meinung dazu verdeutlichen - Terry Jones okkupiert diese Meinungsfreiheit und tritt damit den Respekt gegenüber dieser Religion mit Füßen. Denn nach islamischen Verständnis ist der Koran das offenbarte Wort Allahs und damit geheiligt. Mohammed war zwar Prophet – aber er war ein Mensch. Und auch von ihm wird von dem Muslimen behauptet, dass er den Terrorismus in seinem Namen und im Namen seiner Religion bestimmt verabscheut hätte. Wieso hätte man eigentlich hinter den Westergaardschen Karikaturen eine Beleidigung der Lehren des Propheten vermuten können?
Dass die Bundeskanzlerin für die offene Parteinahme für Kurt Westergaard und damit zugunsten der im Grundgesetz verbrieften Meinungsfreiheit Position bezogen hat, ist selbstverständlich – und man kann sagen – auch ihre Pflicht. Dass natürlich bestimmte Lautsprecher der Muslime genau daran Anstoß nahmen, darf man nicht ernst nehmen. Erst Recht auch deshalb nicht, weil sie im Ernst eigentlich nur den Zeitpunkt ihrer Stellungnahme kritisieren konnten, um nicht offensichtlich ihr Gesicht zu verlieren. Wären sie ehrlich, gäben sie zu, dass ihnen jede Kritik am Islam und besonders nicht an der gegenwärtigen Interpretation ihrer Religion passte. Denn in diesem Zusammenhang würden sie sich und auch ihre Klientel demaskieren als diejenigen Immigranten, die nicht in dieser Gesellschaft angekommen sind, keinen Beitrag dazu leisten und keine Integration wollten. Immigrantenorganisationen ihren Schlages müssen logischerweise an dem Status Quo interessiert sein, weil sie sonst ihre Funktion, ihre Bedeutung und die Funktionäre ihre Pfründe verlören
Aber der Zustand der muslimischen Organisationen ist jetzt und hier nicht das eigentliche Thema, sondern das schändliche Tun dubioser klerikaler „christlicher“ Prediger, die durch Wichtigtuerei das wichtigste Buch der Moslems schänden wollen: Deshalb der Wunsch an die USA – Behörden: Stoppt Jones !
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. April 2011 um 15:01 Uhr |