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Die Inquisition namens Politische Korrektheit und die Volksmeinung |
Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg 06.09.2010
Anfangs lief alles nach gleichem Muster: Ein bisher schon als unbequem Aufgefallener namens Thilo Sarrazin wagte es, für strenggläubige Multikulti – Gutmenschen gefährliche Wahrheiten zu sagen, und diese haben nun ein Problem.
Allerdings konnten und können sie sich wohl noch in altbewährter Manier richtig aufplustern, denn dieser Sarrazin machte und macht es ihnen richtig einfach: Da ist dieser dämliche Biologismus. Diesen hatte Herr S. mit in seine Argumentation - wenn auch auf einem Nebenkriegsschauplatz –aufgenommen. Noch schlimmer: Er ließ sich in einem zusätzlichen Interview auch noch auf das Glatteis führen, seinen hirnlosen Sozialbiologismus ausgerechnet auf Juden anzuwenden, wenn auch mit neutraler Tendenz. Dieser Sozialbiologismus ist unsinnig, komisch und gleichzeitig ärgerlich, weil niemals eine direkte genetische Determination eines bestimmten sozialen Verhaltens wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Ein sogenanntes „jüdisches Gen“, das ein eindeutiges Verhalten oder eine bestimmte Fähigkeit jedes der Mitglieder der mosaischen Religionsgemeinschaft oder dieser insgesamt als Kollektiv determiniert, kann es also nicht geben. An dieser Stelle kippt dann der bis dahin nur dämliche Sozialbiologismus um in eine Vorstufe des Rassismus.
Aber darum kann es hier und jetzt nicht gehen – und auch nicht um die behaupteten oder tatsächlichen sachlichen Fehler des Herrn S.
Wir sollten uns einmal das ansehen, was der Herr Thilo ausgelöst hat.
Es ist schlichtweg nicht richtig, wenn die Vertreter der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung behaupten, dass Thilo Sarrazin ein Hochstapler ist, wenn er meint, er habe mit seinem Buch ein Tabu gebrochen. Alles das, was er schreibt, sei bekannt gewesen – heißt es.
Zugegeben: Natürlich ist das im Großen und Ganzen tatsächlich so, dass er an Bekanntem anknüpft.
Denn selbstverständlich haben viele Autoren sich in mehr oder weniger guten Beiträgen mit den dargestellten schweren Missständen und ihren Ursachen auseinander gesetzt. Der geneigte Leser möge einmal die entsprechenden Aufsätze in unserem Internetauftritt lesen. In aller Bescheidenheit – sie dürften zu den besseren Beiträgen zu diesem Thema gehören.
Bisher wurde allerdings trotz dieser Ausführungen die öffentliche und die veröffentlichte Meinung von einem „Politsprech“ vom Typus „Multi-Kulti-Eierkuchen“ beherrscht – eine Aufführung mit den lieben, armen, unverstandenen Zuwanderern und den unwilligen, bösen eingeborenen Deutschen in den Hauptrollen.
Genau bei dieser Aufführung hat Thilo Sarrazin laut gepfiffen, d.h. er hat ein Tabu brachial gebrochen. Genauso wie bei den Polynesiern folgt die Strafe der Götter auf dem Fuß. Vorsichtiger formuliert: Versuchen die herausgeforderten Götter, Rache zu üben. Der Vorstand der Bundesbank hat bekanntlich bereits mit treuherziger Argumentation gehandelt. Mal sehen, was noch kommt!
Wie gesagt: Diejenigen, die nicht mitspielten, wurden bisher immer herausgebissen, in die braune Ecke gestellt oder schlichtweg an den Rand gedrängt. Oder man hat ihre Wortmeldungen ganz einfach ignoriert. Das konnte man, solange keine Medienmacht hinter diesen Aussagen steckte. Das ist jetzt etwas anderes, denn über die Vor – Veröffentlichung haben Millionen Leser die Möglichkeit gehabt, sich entsprechend einzustimmen.
Auch das Buch der Richterin Heisig, die an den von Sarrazin aufgezeigten Missständen offensichtlich zerbrochen ist, hat in diesem Zusammenhang seine Wirkung nicht verfehlt.
Das Geschrei der Organisationen der Mitglieder von Parallelgesellschaften brauchen wir nicht ernst zu nehmen. Das ist nun einmal die Aufgabe der entsprechenden Funktionäre; sie werden dafür bezahlt. Das theatralische Beleidigtsein der Muslime haben wir schon in anderen Zusammenhängen erlebt und uns daran gewöhnt. Von den politischen Parteien hat sich die Spitze der Grünen reflexartig bedingungslos mit den Türken und Arabern solidarisiert – allerdings mit Ausnahmen.
Und die Sozialdemokraten versuchen, ihr Parteimitglied Thilo Sarrazin loszuwerden. Sie möchten dabei zu gern unter den Teppich kehren, dass sie es waren, die ihm zu einer Karriere verholfen haben, denn ihnen verdankte er das Amt eines Finanzsenators in Berlin und dann das eines Vorstandsmitglieds der Deutschen Bundesbank. Pikant daran ist, dass er aus dem Amt des Finanzsenators in sein heutiges Amt abgeschoben wurde, weil er in Berlin mit ähnlichen Aussagen lästig wurde.
Viel interessanter als diese und andere leicht identifizierbaren Einzelinteressen ist das Bemühen auch der anderen – nicht genannten - Teile der unheiligen Inquisition, Thilo Sarrazin auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Er hat sich in ihren Augen schuldig gemacht, nicht nur als Überbringer einer schlechten Nachricht. Er hat sich außerdem mit dieser identifiziert und er hat auch noch öffentlich gemacht, was er überbracht hat.
Also ins Feuer mit ihm!!
Allein das Überbringen einer unangenehmen Botschaft hätte der unheiligen Gutmenschen – Multi – Kulti – Inquisition für den Feuertod gereicht, wie es früher üblich war. Nun soll der Delinquent auch noch vorher gerädert werden!
Dass sowohl die Kanzlerin als auch der Bundespräsident die
Mitgliedschaft in der unheiligen Gutmenschen - Multi – Kulti – Inquisition beantragt und erworben haben, ist ein Novum. Das wird ihnen noch zu schaffen machen!
Denn an den grundlegenden Tatsachen lässt sich nichts deuteln und auch nicht daran, dass die Bevölkerung – anders als die meisten Politiker – an der Realität wie sie Sarrazin beschreibt, schwer leidet. Jedoch: Die meisten Politiker besonders der Gutmenschen – Multi – Kulti – Fraktion und ihr Anhang bilden tatsächlich genauso wie die muslimische eine zweite Parallelgesellschaft.
Für die Politiker in einer Demokratie – anders als in einer Diktatur - ist jedoch die Volksmeinung nicht leicht zu vernachlässigen. Es gibt jedoch gegenwärtig leider wenig Hoffnung, dass sie aus ihrem Wolken – Kuckucksheim zu dem einfachen Volk herabsteigen und sich um das Wohl des deutschen Volkes tatsächlich bemühen – so, wie sie in ihrem Amtseid geschworen haben.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. April 2011 um 15:10 Uhr |