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Auch die Gläubiger müssen für die Eurorettung bluten – nicht nur deutsche Steuerzahler |
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Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 15.04.2011
Liebe Leser, was halten Sie von folgendem Geschäftsmodell: Sie leihen sich von Ihrem großen Bruder zu etwa gut einem Prozent Zinsen – sagen wir – 10.000 Euro und verleihen das Geld an Ihren Nachbarn für 10 %, da er derartig klamm ist, dass er das Darlehen zu diesem Zinssatz von Ihnen nehmen muss. Woanders bekäme er keinen Kredit mehr. Nun könnte man meinen, dass angesichts der de facto Zahlungsunfähigkeit des Nachbarn für Sie dieses Geschäft ein großes Risiko wäre und Sie es lieber lassen sollten. Aber nein, Ihre reiche Tante garantiert Ihnen die Rückzahlung des verliehenen Geldes – auch wenn Ihr Nachbar endgültig zahlungsunfähig wird. Das gibt es nicht ! – Das sagen Sie. Aber – weit gefehlt !
Die europäischen Bankern leihen sich nämlich für gut einem Prozent Zinsen von der EZB Geld. Dieses investieren sie in portugiesische – noch leckerer: in griechische – Staatsanleihen und erhalten dafür im Schnitt 10 % Zinsen. Ein Risiko gibt es für sie nicht, denn der Rettungsschirm der EU springt im Notfall ein. Europäische Union heißt in Wirklichkeit: Europäischer Steuerzahler. Und angesichts des hohen deutschen Anteils heißt es doch: Überwiegend der deutsche Steuerzahler. Sie müssen mir zustimmen: Das ist ein großartiges Geschäftsmodell! Eine echte Gelddruckmaschine!
Das muss sich ändern – sofort! Wir brauchen eine Umschuldung dieser Länder und eine Haftung aller Gläubiger. Der FDP – Finanzexperte Frank Schäffler stellte fest, dass durch den EU - Rettungsschirm eine gigantische Umschuldung im Europa besonders zu Lasten Deutschlands stattfinde, weil die Staaten das Risiko der privaten Gläubiger – meistens Banken und institutionellen Anleger - de facto übernähmen. Das gilt nicht nur für die zockenden Neuanleger entsprechend des oben genannten Geschäftsmodells sondern noch mehr für die Altgläubiger, die sich in der Vergangenheit auf diese bequeme und risikoarme Art und Weise bereichert haben. Dass es sich zu einem großen Teil bei diesen Altgläubigern auch um deutsche Banken, besonders um unfähige Landesbanken handelt, ist nur ein pikantes Detail.
"Die Gläubiger müssen in die Haftung genommen werden!" ist die Meinung nicht nur des zitierten sondern auch der anderen Finanzexperten – mit Ausnahme natürlich der direkt und indirekt Betroffenen.
Fast kein Experte glaubt daran, dass die Schulden - besonders Griechenlands, aber im gewissen Umfang auch der anderen Pleiteländer – jemals zurückgezahlt werden können, so dass es sich bei den Garantien und direkten Finanzhilfen faktisch um verlorene Zuschüsse des deutschen Steuerzahlers für die griechischen Nutznießer dieser großen europäischen Solidaritätsaktion handelt. Abgesehen von der unterschiedlichen Ursache für ihre Finanzmisere dürfte die Lage bei den anderen EU – Schuldnerstaaten insofern gleich sein. Bei den Griechen stört schlicht zusätzlich der umfangreiche langjährige Betrug.
Alle, die sich an den lecker verzinsten Staatsanleihen dieser Pleiteländer gemästet haben, müssen mit haften. Es gibt nun einmal keinen Grund, die Gläubiger eines finanziell maroden Staates nicht in Haftung zu nehmen. Das ist nun einmal das Prinzip der Marktwirtschaft, und das gilt auch für Banken und andere institutionellen Anleger.
Wichtig ist nur, dass schnellstens ein entsprechender gesetzlicher Rahmen geschaffen und entsprechend umgesetzt wird und dass die Bundesregierung nicht dauernd der Bankenlobby auf den Leim geht, die den Steuerzahler gern für ihre Verluste aus Zockergeschäften bluten lassen möchten.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 15. April 2011 um 10:13 Uhr |