War die EU genau so dumm wie seinerzeit die Trojaner?

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 11.05.2011

Als die Griechen vor mehr als dreitausend Jahren trotz langer Belagerung nicht das reiche Troja erobern und entsprechend Beute machen konnten, trat der listenreiche Odysseus auf den Plan und machte seinen bekannten Vorschlag. Er spekulierte darauf, dass die Neugier, die Ruhmsucht ( denn - wer von den damaligen Städten hatte schon so ein interessantes hölzernes Pferd in seinen Mauern ?) und um irgendeiner diffusen Gottheit zu gefallen, dafür sorgen würden, dass die Troer / Trojaner alle Vernunft hintanstellen und dieses Pferd in ihre Mauern ziehen würden. Genau so geschah es. Und nicht nur das, sondern die Trojaner haben sogar einen Teil ihrer Stadtmauern geschleift, um das Pferd überhaupt nach Troja hinein zu bekommen. Damit haben sie auf ein zusätzliches Stück Sicherheit verzichtet.
Sie, liebe Leser, wissen auch, wie es weiterging: In der Nacht, in der die Trojaner ihren Rausch aufgrund der Freudenfeste ausschliefen (schließlich hatten ihrer Ansicht nach die Griechen aufgegeben – und das war doch viele Krüge Wein wert !) krochen die Griechen aus ihrem hölzernen Pferd, öffneten den mit ihren Schiffen zurückkehrenden griechischen Kämpfern die Stadttore und eroberten die Stadt. Das muss eine Menge Beute gewesen sein, die sie in der reichen Metropole Troja machen konnten.

Schon Schliemann und viele anderen Archäologen nach ihm konnten beweisen, dass immer wieder die Menschen an dieser Stelle siedelten, da sie stets ihr gutes Auskommen fanden. Der Betrug des listenreichen Odysseus mit dessen Hilfe die Griechen reiche Beute machen konnten, hat sich für die Hellenen offensichtlich gelohnt. Das haben sie sich offensichtlich gut gemerkt. Die Geschichte von dem gehörnten Gatten Menelaos, dessen Frau, die schöne Helena, von Paris nach Troja, entführt wurde, war offensichtlich nur eine Art Ablenkungsmanöver von Homer, um von den eigentlichen Motiven für den Raubzug der Griechen abzulenken. Angeführt wurden die Griechen übrigens damals von Agamemnon, dem Bruder von Menelaos und selbst König von Mykene.

Als es darum ging, ob man den Griechen Einlass in die EU gewähren könne, benutzten die Griechen wiederum listenreich ein hölzernes Pferd – allerdings verkleidet als Statistik über viele wirtschaftliche Kennzahlen. Die Europäer – besonders diejenigen, denen es oblag, den Griechen Einlass zu gewähren oder nicht - waren sicher blind vor Ruhmsucht, die älteste europäische Nation in ihrem Club zu haben und opferten der diffusen Gottheit / dem Götzen "Europa als Großmacht" darüber hinaus zusätzlich einen Teil ihrer Sicherheit, indem sie auch noch die selbst definierten Bedingungen großzügig interpretierten, also einen Teil der Mauern zum Euroland zu Gunsten der Griechen mit einrissen.
Einmal hinter die Mauern in Euroland angelangt, bedienten sich dann die Griechen reichlich. Troja / bzw. die EU wurde und wird zur Zeit kräftig ausgeplündert. Und die dämlichen Trojaner, sprich Euroland - Europäer, schaffen immer mehr Beute, sprich: Kredite und Garantien, herbei. Wer ist also dämlicher: Die Troer / Trojaner oder die Europäer ?

Sie meinen, dass der Vergleich hinkt ?! Natürlich haben Sie Recht – aber meinen Sie nicht auch, dass der Griff zum Geschichtsbuch manchmal frappierende Erkenntnisse zu Tage fördert ?

Die Griechenlandkrise dauert nun bereits ein Jahr an und es ist keine Besserung - sprich: keine Verhaltensänderung der Griechen - in Sicht. Der Hinweis darauf, dass die griechische Gesellschaft sich endlich daran gewöhnen müsste, Steuern zu bezahlen, wie es von einem in Griechenland lebenden und lehrenden deutschen Wissenschaftler – politisch sicher inkorrekt - formuliert wurde, ist sicher nur ein Teil der Lösung und entspricht den Forderungen der anderen Europäer. Dieses und die Eindämmung der allgemeinen Korruption, der überbordenden Bürokratie, der Ämterpatronage, die vielen sozialen Wohltaten und die geringe Produktivität der Wirtschaft usw. lassen sich auch nicht so schnell beseitigen bzw. ändern. Letztlich beruht alles auf einem Wertekodex und Verhaltensweisen, die über viele Generationen lang eingeübt wurden.
Und dann tun die linken politischen Einpeitscher alles, um den einzigen florierenden Wirtschaftszweig, den Tourismus, mit immer wiederkehrenden Streiks zu schädigen.

Es erweist sich immer mehr, dass Griechenland ein Fass ohne Boden ist. Irgendwelche Patentrezepte wie beispielsweise der ( "freiwillige" ? ) Austritt Griechenlands aus der Eurozone und damit aus der EU ist zunächst wegen der Gefahr eines Dominoeffektes für alle hoch riskant. Außerdem sind zwischenzeitlich die hochgiftigen griechischen Staatspapiere bei der EZB gelandet, die in schwere Bedrängnis geraten würde, wenn die Griechen ihre Drachme wieder einführen würden.

Ein Griechenland außerhalb der EU und ohne Euro dürfte darüber hinaus nicht ( mehr ) lebensfähig sein. Man bedenke den Umstellungsschock auf eine neue Währung, die sich ergebende nie mehr zu begleichende Euro – Schuldenlast Griechenlands, die neuen Hemmnisse im Leistungsaustausch zwischen Griechenland und den Volkswirtschaften in der EU, die grundsätzliche Konkurrenzunfähigkeit Griechenlands auf den Weltmärkten usw. usw.

Anders als seinerzeit die Troer / Trojaner, nachdem die griechischen Kämpfer die Stadt erobert hatten und bequem Beute machen konnten, ist Europa nicht ganz hilflos. Nur müssen die anderen Europäer bereit sein, noch unbequemere Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, wenn Griechenland sich nicht daran hält, was seinerzeit als Vorbedingungen für die seinerzeit gewährte Hilfe vereinbart wurde. Noch einen Betrug dieses listenreichen Gemeinwesens an den Europartnern darf nicht mehr geduldet werden.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 08:09 Uhr