Grauenhaftes Verbrechen eines (?) Wahnsinnigen in Norwegen

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 24.07.2011

Manchmal glaubt man, es gäbe keine Steigerungsmöglichkeiten für die schlimmen Verbrechen überall in der Welt – aber das Geschehen vorgestern in Norwegen, sozusagen bei unseren Verwandten vor unserer Haustür, macht uns schier fassungslos.

Wie viele Menschen diesem Morden zum Opfer fielen, ist gegenwärtig nicht überschaubar, weil noch viele in den Krankenhäusern mit dem Tode ringen oder immer noch verschollen sind. Und es scheint auch nicht klar, ob der Massenmörder Helfer hatte. Aber bisher spricht vieles dagegen.

Was den 32 – jährigen Attentäter Anders Behring Breivik zu diesem Massaker veranlasst hat, soll er in einem 1516 – seitigen "Manifest" niedergelegt haben, das er an 7000 Facebook –"Freunde" mit dem Titel:"Eine europäische Unabhängigkeitserklärung" versandt hat. Der heutigen Internet – Ausgabe der Süddeutschen Zeitung zufolge will er für dieses in englischer Sprache abgefasste Elaborat neun Jahre Arbeit sowie 130.000 Euro Erspartes und 187.500 Euro entgangene Einkünften investiert haben.
Viele Passagen machen in dem Machwerk nach dem Bericht der Süddeutschen Zeitung deutlich, dass sich der Massenmörder als eine "Art Auserwählter fühlt und als ‚Märtyrer der konservativen Revolution" ansieht." Der norwegische Terrorexperte Thomas Hegghammer sieht eine furchterregende Ähnlichkeit zu den Traktaten von Osama bin Laden und anderen Al-Qaida – Führern.
Schon diese Aspekte allein machen klar, das es sich hier nicht um einen Amoklauf gehandelt hat, sondern um die ruchlose – lange vorbereitete und grauenvoll präzise durchgeführte - Tat eines Besessenen. Er hatte ganz sicher schon lange die Grenze zu einem von der Normalität weit abweichenden Verhalten überschritten, ohne aber direkt geisteskrank zu sein.

Es ist zu befürchten, dass in den abendländischen Gesellschaften noch mehr Menschen mit einer derartigen psychischen Struktur sozusagen als "Schläfer" auf ihre Gelegenheit lauern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Islamisten, Rechts- oder Linksextremisten, Nationalisten, Nihilisten oder sonstige Menschen handelt, die von irgendeiner mörderischen "Mission" besessen sind.

Der Deutschen Zentrumspartei geht es aber zuerst um die Opfer - überwiegend junge Menschen. Das sind die Ermordeten oder Verwundeten und diejenigen, die einen schweren Schock erlitten haben. Es geht auch um deren Eltern, Geschwister und anderen Verwandten, den Nachbarn, Schul- und Vereinskameraden usw. Und es geht um die liebenswerte norwegische Nation, bei denen der Terror – wenn auch ganz andersartig als man zunächst glaubte – eingebrochen ist und denen wahrscheinlich ein Teil ihrer Unbefangenheit und des nordischen Lebensgefühls verloren gegangen ist.

Mit tiefem Mitgefühl trauern wir mit ihnen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. Juli 2011 um 07:53 Uhr