Was macht die Deutschen so glücklich ?

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 23.09.2011

Die Deutschen - glücklich ? Das darf, das kann nicht sein!

Die gleichen Menschen, die einen Weltrekord in Fremdschämen aufgestellt haben, bekennen, dass sie eigentlich selbst recht glücklich sind – allerdings regional verschieden. Zwar basiert die Untersuchung zum großen Teil auf Daten des Sozio – Ökonomischen Panels von 2009 mit ergänzenden Daten aus einer Umfrage, die im Auftrag der Deutschen Post vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde, aber auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 müssten die Ergebnisse noch gelten.
Doch man sollte sich nicht täuschen, in wenigen Jahren kann der Glückswert sehr wohl schwanken. Zur Zeit ist er so hoch wie zuletzt im Jahre 2001. Er sank dann bis 2005 und steigt seit 2009 kontinuierlich wieder an.

Der Glücksfaktor schwankt mit dem Lebensalter und erreicht ab 65 wieder das Niveau der 30 –jährigen, geht aber mit noch höherem Alter zurück. Naja, die Zunahme von Zipperleins macht nicht glücklich! Dagegen machen viele soziale Kontakte und ein hohes Nettoeinkommen glücklich. Allerdings ist eine Nettoeinkommen über etwa 5.000 Euro monatlich wegen des eintretenden Gewöhnungseffektes nicht mehr relevant.
Arbeitszufriedenheit ist ein weiterer Faktor. Interessanterweise macht 76 % aller Befragten ihre Arbeit Spaß. Und von den Teilfaktoren für diesen Komplex ist es Anerkennung der eigenen Leistung, die diese Arbeitszufriedenheit steigert. Ebenso wichtig ist Spaß an der Arbeit sowie die Sicherheit des Arbeitsplatzes, wie das Hamburger Abendblatt am 21.09.2011 offenbarte.

Tief befriedigt nahmen die Hamburger zur Kenntnis, dass die Menschen bei ihnen mit 7,38 ( von maximal 10 Einheiten ) am glücklichsten in der Bundesrepublik sind – die Thüringer sind mit 6,45 am wenigsten glücklich. Wenn dann noch offenbar wird, dass die Hochburgen des Karnevals Nordrhein/Köln nur einen Glückspegel von 6,94 bzw. Nordrhein / Düsseldorf nur 6,90 aufweisen, gerät das Weltbild ( bzw. das Deutschlandbild ) der Hamburger ins Rutschen. Wieso das ?
Das kann doch wohl nur daran liegen, dass der Karneval so kurz ist und das Jahr sehr viel mehr versteckte Aschermittwoche hat als allgemein bekannt ist.

Dass der Glückswert für Berlin nur 6,68 ist und der für das benachbarte Brandenburg nur 6,56 , erklärt definitiv die schlechte Politik in der Bundesrepublik Deutschland. Bekanntlich sind Berufstätige unzufrieden, wenn die Entlohnung in ihren Augen nicht stimmt, die Aufstiegsmöglichkeiten gering sind und Arbeitsdruck hoch. 28 % fühlen sich beruflich überfordert.
Die letztgenannte Ursache für die Unzufriedenheit der Beschäftigten, d.h.die berufliche Überforderung, ist bestimmt im deutschen Parlament, in der Bundesregierung und den vielen damit zusammenhängenden Organisationen in Berlin recht hoch. An eine zu geringe Bezahlung und einen zu hohen Arbeitsdruck bei den Regierungsstellen mag man nicht richtig glauben.
Jetzt wissen wir es also, die Regierenden können eigentlich ihren Job nicht! Sie sind überfordert. Deshalb ist der Glückswert in und um Berlin so niedrig. 

Man darf dafür dankbar sein, dass die Sozialforscher sich für derartig viele Teile der Gesellschaft interessieren. Auf diese Weise werden den Mitgliedern der DEUTSCHEN ZENTRUMSPARTEI so ganz nebenbei erhellende Erklärungen zuteil. Nämlich, dass es am niedrigen Glückswert liegt, dass wir so schlecht regiert werden.
Übrigens: Im internationalen Vergleich stehen wir auch nicht so schlecht da. Allerdings werden wir weit von unserem kleinen Nachbarn im Norden, Dänemark, übertroffen. Was haben die, was wir nicht haben ?