Flucht der Kopten vor Christenverfolgung in Ägypten seit Ende der Diktatur

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 09.10.2011

Aus Ägypten erreichen uns unheilvolle Nachrichten: Nach Ende der Mubarak – Diktatur verschärft sich die Christenverfolgung in Ägypten. Aus dem Kreis der direkt und indirekt Betroffenen sowie durch vielerlei andere offizielle und inoffizielle Informationskanäle - u.a. der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" - muss man erfahren, dass die Repressalien gegenüber den ägyptischen Christen, den Kopten, massiv zunehmen. Das hat dazu geführt, dass seit dem Sturz des Regimes von Ex – Präsident Hosni Mubarak im März bereits 100.000 Kopten emigriert sind.

Anhänger der radikalen Richtung des Islams, die Salafisten, versuchen mit allen Mitteln die Christen einzuschüchtern - bis hin zum Mord . Die Regierung verweigert den notwendigen Schutz. Man hat den Eindruck, als ob Teilen der Militärregierung und der Verwaltung sogar das Treiben der Steinzeitislamisten nicht ungelegen kommt.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen wanderten von den 100.000 Kopten etwa 40.000 in die USA aus, 14.000 Kopten übersiedelten nach Australien und 20.000 suchten laut diesen Organisationen eine neue Heimat in Europa, in den Niederlanden, Italien, Großbritannien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Bekanntlich haben die Kopten in Deutschland bei Höxter eine eigenes Kloster sowie einen Bischof und feiern in vielen deutschen Großstädten ihre Gottesdienste – teilweise in eigenen Kirchen.
Nicht nur aufgrund ihrer christlichen Sozialisation, sondern auch aufgrund ihrer guten Ausbildung, die erheblich über dem ägyptischen Qualifikationsdurchschnitt liegt, wird eine Integration der koptischen Auswanderer in ihre jeweilige neue Heimat erleichtert.
Es ist zu befürchten, dass bis Ende des Jahres über 250.000 Kopten ihr altes Heimatland verlassen werden und dass in zehn Jahren sich die Anzahl der Kopten in Ägypten um ein Drittel verringert hat.

Viele große internationale Organisationen – voran die Menschenrechtsorganisationen – fordern, dass die europäischen Länder ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ägypten an den menschenrechtlichen Fortschritten in dem Land am Nil orientieren sollten. Das gilt besonders für Deutschland, die diesem Land direkt und indirekt erhebliche Zuwendungen zukommen ließ und weiter lässt.

Aber es gibt noch eine andere Dimension dieser Entwicklung in Ägypten: Es waren doch die vielen Freunde der Kopten und Wohlgesinnten dieses Landes in den christlichen Ländern, die den Sturz der Diktatur in Ägypten begrüßten und unterstützten, die jetzt vor den Kopf gestoßen werden. Sie hofften darauf, dass sich die Menschenrechte in diesen Ländern – neben Ägypten auch Tunesien – durchsetzen würden. Sie werden zunehmend erkennen müssen, dass bei diesen "Freiheitsbewegungen" schnell steinzeitislamistische Kräfte die anderen an die Seite drängen. Denen ging es von vornherein nur um die eigene Machtergreifung und um den Marsch zurück in die Inhumanität eines von ihnen selbst interpretierten mörderischen Islams und damit direkt in eine totalitäre Diktatur.
Wenn eine derartige Revolution gesiegt hat wie in Tunesien und Ägypten ,sind die anderen nur die "nützlichen Idioten", wie sie seinerzeit Lenin vergleichbare Unterstützer in der russischen Revolution nannte.

Die DEUTSCHE ZENTRUMSPARTEI meint, dass zu befürchten ist, dass das Schicksal der irakischen auch den Christen in den anderen arabischen Ländern drohen könnte, wenn unter dem Deckmantel der "Freiheitsbewegungen" die Salafisten die Macht ergreifen können. Schon allein die Möglichkeit größerer Machtteilhabe wird von ihnen missbraucht, die Gutmeinenden und Gutgläubigen zu überrumpeln.Wir müssen alles tun, um den arabischen Christen zu helfen – in diesem Fall den Kopten- , dass ihre Menschenrechte institutionell gesuichert werden und auch real greifen.