Die FDP und der EURO - Rettungsschirm

Herbert Karl, Landesverband Baden Württemberg, 14. 11.2011

Unter dem Titel: "Das europäische Deutschland" haben vier Ex-Vorsitzende der FDP eine "Fremde Feder" (FAZ 12. November 2011) redigiert und für Verständnis um das deutsche EU-Engagement geworben.

Es ist verständlich, wenn Liberale wie Genscher und Kinkel, die am Räderwerk 1989/90 der Deutschen Einheit mitgedreht hatten – Verzicht auf die DM gegen französisches Plazet zur Einigung Deutschlands – ihre politischen Fehltritte von damals weiterhin verteidigen.

Es klingt aber seltsam, wenn ihnen dabei allerdings nur das Argument einfällt, Deutschland würde als Exportnation nur über den Binnenmarkt und die Globalisierung profitieren. Abgesehen davon, dass dies zwei gegenseitig sich nicht ganz ausschließende Begriffe sind, meinen sie dennoch nicht dasselbe: Der europäische Binnenmarkt kennt wie jeder Markt eine Abschottung und sollte über ein gewisses Ordnungswerk verfügen, die Globalisierung ist hingegen der liberal-ökonomischen Beliebigkeit unterworfen.

Als zu Anfang dieses Jahrtausends die rot-grüne Regierung vor dem gleichen unions-liberalen Scherbenhaufen wie heute stand, hagelte es aus Brüssel nicht nur Kritik, sondern auch "blaue" Briefe.
Die deutsche Volkswirtschaft hat mit dem exzessiven Auf- und Ausbau des Niedriglohnsektors und ohne EU-Hilfen die wirtschaftliche Kurve ohne soziale Unruhen gerade noch gemeistert.

Es ist abzuwarten, ob Griechenland, Italien und die weiteren Empfänger "blauer" Briefe mit den mit liberaler Schützenhilfe durch den Bundestag durchgepeitschten immensen EURO - Spritzen auch in der nächsten Zukunft wieder auf die Beine kommen werden.

Ob es danach in Deutschland eine sich der ökonomischen Beliebigkeit verschriebene liberale Partei noch geben wird, ist eine weitere spannende Frage.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. November 2011 um 10:08 Uhr