Die Wutbürger und „Stuttgart-21“

Herbert Karl, Landesverband Baden – Württemberg, 21.11.2011

Nach 30 Gutachten, zirka 60 Entwürfen und 11.000 (elftausend) vorgetragenen Änderungswünschen innerhalb von 14 (vierzehn) Jahren sowie einem medienwirksamen gigantischem Mediationsverfahren konnten sich Stuttgarter Kleinbürger, hochbezahlte DB-Vertreter und kleinmütige Politiker nicht über den Bau des neuen Hauptbahnhöfle einig werden.

Heute Abend verlief die 100. "Demo" gegen "Stuttgart-21" offensichtlich friedlich. Zerstochene Reifen, angebohrte Rohrleitungen und zertrampelte Flächen auf der einen, Wasserwerfer und Polizeihundertschaften auf der anderen Seite zeugten bis dato hingegen von einer zunehmenden Militanz der Auseinandersetzung, von den Folgekosten, die noch nicht vorliegen, ganz zu schweigen.

Insbesondere die Generation der noch 1968 offensichtlich Mutlosen haben seit zwei Jahren eine Wut entwickelt, die man den eher etwas behäbigen Schwaben nicht zugetraut hätte. Sie bilden einen Seniorenblock, der sich auch durch fundierte Argumente nicht mehr sprengen lässt.

Es ist aber gerade dieser Protestblock der Wütigen, der in den kommenden Jahren auf ein funktionierendes und zeitsparendes Nah- und Fernverkehrsnetz angewiesen sein wird. Dieser Personenkreis wird als erster die durch einen verzögerten oder ganz verschobenen Netzausbau, die damit unumgänglichen Verspätungen und Umleitungen zu spüren bekommen wird: Ein wahrhaft schizophrenes Vorgehen der grauen Protestpanther!

Auch wenn die DEUTSCHE ZENTRUMSPARTEI vehement für Bürgernähe und Basisdemokratie eintritt, sind wir der Meinung, dass "der" deutsche Rechtsstaat sich auch von Wutbürgern nicht einschüchtern lassen darf:

Wut und Trällerpfeifen waren und sind zwar laut aber keine guten Ratgeber.