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Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg,08.01.2012
In seiner berühmten Vorlesung am 12.Dezember 2006 vor Wissenschaftlern an der Universität Regensburg anlässlich seines zweiten Besuches in Deutschland zitierte Papst Benedikt XVI. aus der von Adel Theodor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde eine Aussage des spätmittelalterlichen byzantischen Kaisers Manuel II. Palaiologos (griechisch Μανουὴλ Β΄ Παλαιολόγος, * 27. Juni 1350; † 21. Juli 1425) von 1391 bis 1425 byzantinischer Kaiser in Konstantinopel zur Rolle der Gewalt im Islam während seiner Unterhaltung mit einem persischen Gelehrten ( Hierzu Wikipedia , Stand 08.01.2012 ): "...Er sagte: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.‘ Der Kaiser begründete, nachdem er so zugeschlagen hatte, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut’ sagte er ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘.” Wir wissen, dass diese Worte seinerzeit von einer Reihe von Vertretern des Islams als "Hasspredigt" heftig kritisiert wurde, während andere, reformorientierte, dem Papst angesichts der tatsächlichen historischen Abläufe und der islamischen Offenbarungen Recht geben mussten.
Nicht nur im historischen Ablauf sondern auch in der Gegenwart mussten und müssen wir immer wieder zur Kenntnis nehmen, dass Christen die am meisten ihres Glaubens wegen verfolgte Anhänger einer Religionsgemeinschaft der Welt sind. Mit Ausnahme von Nordkorea sind nach unbestrittenen internationalen Veröffentlichungen die ersten und schlimmsten zehn auf der Rangliste von 50 Verfolgerstaaten islamisch geprägte Staaten. Generell ist der Eindruck, dass der Islam wie in alten Zeiten, - beispielsweise in der Zeit von Manuell II, Palaiologos, also der türkisch – osmanischen Expansion - das Christentum blutig bekämpft, und dass er auch immer dort, wo es ihm möglich war und ist, dafür staatliche Machtmittel einsetzt/e.
Es verwundert deshalb nicht, dass die Kritiker dieser Religion geltend machen, dass die angebliche Toleranz und Humanität des Islams ein Ammenmärchen ist und sich in der Gegenwart auf mehr oder weniger Ausnahmen beschränkt. In den islamischen Verfolgerstaaten dagegen sichert auch die Reduktion der Bürgerrechte von Christen auf eine Rolle als "Dhimmis" ( Schutzbefohlene) ihnen häufig noch nicht einmal ihre persönliche Sicherheit und das Recht auf Ausübung des Glaubens. Angeblich widerspricht dieser Tatbestand der sonst so hochgehaltenen islamischen Lehre und Tradition. Die Realität ist völlig anders – beispielsweise in Saudi – Arabien oder im Iran – also in zwei islamischen Staaten unterschiedlicher Konfession, die sich besonders lautstark auf den Islam berufen.
Zynisch könnte man formulieren, dass es deshalb nichts Besonderes ist, dass es in Nigeria eine islamische Sekte gibt, die routinemäßig Christen tötet. Diese Terrorgruppe nennt sich "Boko Haram" und wendet sich gegen alles, was aus dem christlichen Westen kommt. Zunächst will sie die Christen aus den überwiegend islamischen Bundesstaaten im Norden Nigerias vertreiben und dann die Scharia im gesamten Land einführen. Dass nun ihrerseits Politiker und Vertreter der christlichen Kirchen ihrerseits darüber nachdenken, wie "sie sich selbst schützen können", birgt die Gefahr einer Eskalation und eines Bürgerkrieges in Nigeria in sich.
Ob und inwieweit den Vertretern des Islams in Deutschland, also dem "Koordinationsrat der Muslime", zu trauen ist, dass es ihnen mit ihrer Stellungnahme am 26.Dezember gegen " die terroristische Anschläge auf Kirchen in Nigeria" ( Berliner Morgenpost vom 4.1.2012) wirklich ernst ist, oder nur dem Prinzip der al -Taqiyya geschuldet ist, kann man schlecht beurteilen. Dieses genannte islamische Prinzip der Notlüge aus Angst wird bekanntlich inflationär gebraucht. Es fehlt vom "Koordinationsrat der Muslime" auch eine Stellungnahme zugunsten der koptischen Christen, die zur Zeit – unbemerkt von der Weltöffentlichkeit – im Alltag mehr als bisher drangsaliert werden. Die Mitglieder der DEUTSCHE ZENTRUMSPARTEI als eine sozialkonservative Partei auf christlicher Grundlage empfinden natürlich Solidarität mit den christlichen Mitbrüdern in Ägypten und den anderen verfolgten Christen in der Welt.
Der "Koordinationsrat" könnte besonders bei den koptischen Christen zeigen, dass es ihm um die gemeinsame Gestaltung einer humanen Ordnung geht, beginnend in dem gemeinsamen Gastland Deutschland. Denn hier gibt es für sie genug kompetente und wohlwollende Ansprechpartner, beispielsweise ein Kloster und einen koptischen Bischof. Im Koordinationsrat scheinen aber Kräfte vorzuherrschen, denen es um die Erlangung und Erzielung von irgendwelchen Vorteilen und wohl auch um die Wahrnehmung fremder ( türkischer ) Interessen auf deutschem Boden geht und nicht um gemeinsame theologische Fragen.
Dagegen könnte der Islam in dem alten Kulturland Ägypten, im besonderen Maße seine humanen Seiten zeigen, die es ohne Zweifel gibt. Bedauernswerterweise scheinen sich aber die ägyptischen Wähler nicht nur für einen humanen, aufgeklärten Islam wie in Teilen der "Muslimbrüder", sondern zu einem erschreckend hohen Anteil für die Parteien der Salafisten, eines rückwärtsgewandten Islamismus zu entscheiden. Das lässt für die bedauernswerten Kopten nichts Gutes für die Zukunft ahnen. Im schlimmsten Fall kann es durch eine formale Demokratisierung dieses Landes zu einer schärfere Unterdrückung der Christen kommen. Dieser mögliche Missbrauch der Demokratie ist generell erschreckend für Demokraten.
Eigentlich könnte man der Meinung sein, dass diesem Koordinationsrat schon lange eine Menge anderer Aufgaben zugewachsen sind, die er nicht wahrnimmt. Beispielsweise hört man immer wieder von Schändungen von Kirchen und Anpöbelungen von Kirchenpersonal und Kirchgänger durch mohammedanische Jugendliche. Beispielsweise wurde in der WAZ am 5.und 6.01.2012 von derartigen Vorgängen in Duisburg berichtet. Welche Möglichkeiten böten sich hier für eine Organisation der Muslime, um durch eigene tätige Mithilfe oder durch die ihrer Mitglieder, um hier auf unterer Ebene einen gegenseitigen Respekt und eine gute Gemeinschaft von Christen und eingewanderten Muslimen in unserem Land aufzubauen!! Natürlich ist es zu weit gegriffen, wenn das Anpöbeln von Kirchenpersonal und –gängern sowie der Sachbeschädigung von Kirchen als eine Art von Christenverfolgung gesehen wird. Aber es zeigt doch wie im Brennspiegel die wirkliche Einstellung bei Menschen muslimischen Glaubens oder mindestens muslimischer Tradition.
Im Islam scheint gegenwärtig ein Hauptströmung vorzuherrschen, die im besonderen Maße zurück zu seinen gewalttätigen Wurzeln führt, wie sie von dem byzantinischen Kaiser Manuel II vor 600 Jahren beklagt wurde. Zunehmend scheinen dabei die humanen Interpretationen dieser Religion verschüttet zu werden. Denn: Entscheidend ist nämlich immer die Auslegung der Schrift – niemals allein der Buchstabe. Ginge es nur um das Niedergeschriebene müssten wir Christen vor dem Alten Testament erschrecken.
Aber jeder einigermaßen Informierte weiß, dass alle heiligen Bücher ( teilweise sehr viel später ) nach dem Tod des Religionsgründers aufgezeichnet wurden und dass es letztlich willkürlich war, was die Verantwortlichen in welcher Formulierung von den ihnen bis dahin mündlich bewahrten und vorgetragenen Texten aufnahmen. Was wirklich "die Wahrheit" ist, wird aber einmal eine ganz andere Kraft entscheiden. Hierzu vergleiche auch die "Ringparabel" in Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise".
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