Zechensterben
Autor: Hans-Dieter Even

 

Stirbt die Zeche, stirbt die Energiesicherheit Deutschland !!

 

Ohne eigene Energiereserven und Förderung wird Deutschland den Anschluß an

technische Neuerungen, Eigenständigkeit, wirtschaftliche und soziale Sicherheit

verlieren.

In der Betrachtung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Deutschlands,

dem Verlust der Arbeitsplätze in der Stahlerzeugung, -verarbeitung und Energie-

erzeugung, zeigen sich starke negative Auswirkungen zur Eigenständigkeit und

zum Lebensstandard für die Betroffenen.

 

Eine Aufarbeitung über Ursache und Wirkung politischer Entscheidungen, für den

Bürger einfach erkennbar, gibt es nicht, wurde auch nicht begonnen. Was eine

Verschleierungspolitik vermuten läßt.

Brennstoffe, Technik und Umwelt

 

Nachteilige Aussagen zur deutschen Kohle, über Subventionen, Umweltschutz,

Wirtschaftlichkeit, Reichweite der Vorräte werden selten mit realen Fakten, Zahlen

und im Vergleich mit anderen Brennstoffen genannt.

Keinesfalls ist der deutsche Bergbau eine veraltete Industrie. Neue Kraftwerke mit

Kohlefeuerung sind bereits im Bau und in der Planung. Zur Kesselfeuerung wird

Importkohle eingesetzt, gewonnen mit einer wenig umweltfreundlichen Förderung

und Menschen verachtender Arbeitsplatzsituation.  

 

Eine Wertschätzung im Umfeld um die Kohle wie Bergbautechnik, Zulieferung,

Handwerk und Handel erfolgt mit ehrlichen Fakten selten oder nie.

 

Wer im Ausland deutsche Bergbautechnik kauft geht davon aus, daß die verkauften

Technologien im deutschen Bergbau mehr als ausreichend erprobt wurden.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal erreichte der Bergbau mit der Kartierungs- und

Vermessungstechnik. Mit ihr wurde es möglich daß beim Tunnelbau zwischen

Dover und Calais die von beiden Seiten vorgetriebenen Röhren sich punktgenau

trafen. Für den Bergbau entwickelte frequenzgeregelte Drehstrommotoren werden

auch im ICE der DB eingesetzt.

Mit dem Abschied von der Kohle und dem Bergbau verliert Deutschland seinen

technologischen Vorteil für alle Zeiten.

 

                                                                                                                                

Umwelt

 

Oft wird die Behauptung vorgetragen „die Kohle zerstört durch hohe CO2-Emissionen

die Umwelt“.

Kohle wird aber weltweit in großen Mengen, vorrangig in Schwellenländern, als

Energieträger genutzt. Eine weitere Steigerung der CO2-Emissionen zeichnet sich

bereits ab. Doch sind die weltweit zur Energiegewinnung eingesetzte Technologien

weit unter dem hohen deutschen Standard.

 

Ein erheblicher Gewinn für die Umwelt wäre, würden alle Kohlekraftwerke der Welt mit

deutscher Spitzentechnik für Kraftwerke gefahren.

Denn selbst ein Verzicht auf Steinkohle aus Deutschland bringt keinen Erfolg. Da sofort

Importkohle aus wenig Umwelt schonender Produktion als Ersatz verfeuert wird.

 

Eine globale Betrachtung der Emissionen aus allen Kraftwerken ergibt, daß Deutschland

lediglich ca. 3 % der Emissionen verursacht, von weltweit 24 Milliarden Tonnen.

Von der Deutschen Steinkohle werden jedoch nur 0,5 % an CO2-Emissionen verursacht,

was einem Anteil von 24 Millionen Tonnen entspricht.

Für Beleuchtung ist lediglich 1 % der erzeugten elektrischen Energie erforderlich. Damit

Auch nur 1 % v0n 0,5 % der CO2-Emmissionen.

 

Selbst eine Abschaltung aller deutschen Kohlekraftwerke wird den CO2 Anstieg nur für

wenige Monate verzögern; denn der weltweite Anstieg an Energierzeugung durch Kohle

wandelt sehr schnell die gewonnene CO2-Reduzierung ins Negative.

 

Wie gewohnt schießt unsere Regierung über das Welt-Ziel weit hinaus. Auf nationaler

Ebene hat unsere Regierung bis 2005 eine 25 %ige Minderung an CO2-Emissionen in Deutschland erreicht.

Damit 4 % mehr als im Klimaschutzprotokoll von Kyoto 1997 an Reduzierung  der

6 Kyoto-Treibhausgase beschlossen war.

 

Bei genauer Analyse der Verursacher an CO2-Emissionen wird bei Mineralöl und

Erdgas eine 28 % höhere CO2-Emission als 1990 verzeichnet.

Ebenso sind Emissionen von Verkehr und Haushaltung deutlich gestiegen und werden

weiter ansteigen.

 

Dagegen ist der Anteil der CO2-Emissionen aus Kraftwerken mit Steinkohlefeuerung

im gleichen Zeitraum um 38 % gesenkt worden.


                                                                                  

Kostenvergleich -  Subventionen - Zukunft

 

Aufgrund modernster  Fördertechnologien sind die Förderkosten seit 1994 in deutschen

Bergwerken um 15 % gesenkt worden.

Parallel wurde die Förderleistung seit 1957 auf das Vierfache pro Bergmann und Schicht

gesteigert.

Damit zeigt sich im Vergleich, daß der Preis für die Importkohle um 40 % in den letzten

Jahren gestiegen ist.

Da ohne eigene Kohleförderung weiterhin ständig steigende Preise für Importkohle den

Markt in Deutschland diktieren werden, muß mit Kosten oberhalb der Preise für deutsche

Steinkohle gerechnet werden, wodurch für die Verbraucher in der Zukunft mit einer

deutlichen Verteuerung der Energiekosten zu rechnen ist.

 

Zu den Subventionen gibt es immer neue recht kuriose Aussagen und Behauptungen.

Doch widerlegt das Institut für Weltwirtschaft in Kiel die Aussagen und belegt ,daß

die 1988  gezahlten Absatzhilfen für die Steinkohle von 9,9 Milliarden lediglich 3 % der

Gesamtsubventionen Deutschlands betragen und bis 2005 auf nur 1,7 % reduziert werden. Gleichzeitig erhielten der  „KFZ-Verkehr“ das Fünffache, die „Landwirtschaft“ das Dreifache

an Subventionen.

Abenteuerlich gar ist die Behauptung daß, jeder Bergmann 100.000.- DM pro Jahr den

Steuerzahler kostet. Aus dieser Hilfe wurden nicht Arbeitsplätze oder Einkommen

Gezahlt, sondern wird aus energiepolitischen Gründen Produktion und Absatz der Kohle

gefördert. Verschwiegen, die Tatsache daß 1998 mit der Subvention die laufenden Produktionskosten und Arbeitsplätze im Umfeld, also 166.000 Arbeitsplätze gesichert waren.

Während die Arbeitslosigkeit 63.000.- DM erforderte, waren für den Bergmann lediglich

53.000.- DM erforderlich. Eine Ersparnis von 10.000- DM je Arbeitsplatz. Bezieht man

das Steueraufkommen des Bergbaus und der abhängigen Wirtschaftsbereiche mit ein

fällt der Zuschuß unter 10.000.- DM.

Bei einem Produktionswert von Jährlich 27 Milliarden DM wurden 15,7 Milliarden DM für

Aufträge an deutsche Wirtschaftsbetriebe vergeben.

 

Darum bedeutet eine Zukunft ohne Bergbau hohe Arbeitslosigkeit gekoppelt mit hoher

Staatsverschuldung. Arbeitslosigkeit ist die teuerste Subvention die ein Staat sich leistet.

Nur die Sicherung solcher Arbeitsplätze sichert soziale Leistungen für alle.