Die komische Empörung der Steuerbetrugshehler

Die komische Empörung der Steuerbetrugshehler 

Wer Vorteile aus dem Rechtsbruch – sei es Diebstahl oder auch Steuerbetrug – eines anderen zieht, ist nach allgemeiner Rechtsauffassung ein Hehler. Das gilt für Personen – aber auch für Staaten, beispielsweise für die Schweiz. Und diese verwahrt sich gegen den offensichtlich berechtigten Vorwurf, das Land begünstige Kriminelle - besonders Steuerkriminelle. Peer Steinbrück hatte zwar bei seinen plastischen Aussagen gar nicht ausdrücklich die Schweiz genannt. Nun ja – wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. Bekanntlich hatte Peer Steinbrück in der Schweiz für Empörung gesorgt, weil er bei einem G 20 Treffen der Finanzminister die geplante schwarze Liste der Staaten, die Steueroasen betreiben, mit einer Kavallerie verglichen habe, die gegen die Indianer ausrücken könnte. Allein die Existenz dieser Kavallerie ( sprich, einer schwarzen Liste von Staaten, die Steuerkriminelle begünstigten ) sei schon ausreichend, um abschreckend zu wirken. Die Kavallerie brauche erst gar nicht tätig zu werden.

 

Obgleich sich dieses ansonsten sehr liebenswerte Land gern mit dem Nimbus der Ehrbarkeit umgibt, wissen wir, dass es mit dem Vorwand, ein absolutes Bankgeheimnis schützen zu müssen, viele Jahrzehnte schmutziges – häufig genug blutiges Geld ins Land – gezogen hat. Das war und ist nicht nur die Beute blutiger Diktatoren und ihrer Helfershelfer sondern auch das von „gewöhnlichen“ Kriminellen und von Nazis.Obgleich alle das wissen: Ein Schweizer Abgeordneter meinte sogar sagen zu müssen, dass Steinbrück ihn an die Generation von Deutschen erinnere, „die vor sechzig Jahren mit Ledermantel, Stiefel und Armbinde durch die Gassen gegangen sind.“ Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, nicht aber in diesem Fall! Natürlich ist bekannt, dass auch in der Schweiz in diesen schlimmen Jahren Nazis durch die dortigen Gassen gezogen sind. Aber mindestens so häufig sind Führungspersonen des blutigen braunen Packs und ihre Beauftragten diskret in der Schweiz gewesen und haben bei deren ehrenwerten Bankern einen Teil ihrer Beute deponiert. Wer weiß, was in Schweizer Tresoren noch heute an Vermögen der bedauernswerten jüdischen Opfern lagert!?Vielleicht könnten in diesem Fall die Schweizer mit entsprechenden Auskünften helfen. Man hat ohnehin den Eindruck, dass bei der Bewältigung dieser schlimmen Vergangenheit – nicht nur in Deutschland – die Schweiz sich „vornehm“ zurückgehalten hat. Aber begrenzen wir uns auf die Verfehlungen der Schweiz in der Gegenwart – und die heißen nun einmal genauso wie in der Vergangenheit: „Hehlerei“! Es wäre ganz sicher vernünftig für unseren lieben Schweizer Nachbarn, ab sofort ein anderes, ein moralisch höherwertiges Verhalten zu zeigen und die Verfehlungen der Vergangenheit soweit möglich wieder gutzumachen. Was sagt der Volksmund: „ Einen reuigen Sünder hat Gott lieb!“Nicht lieb sind garantiert aber diejenigen, die sich auf diese absurde Weise zur Wehr setzen. Dem Finanzminister allerdings ist der Vorwurf zu machen, dass er einen schlimmen Vergleich gewählt hat. Wenn wir die Landnahme der weißen Siedler und die teilweise Vernichtung der indianischen Urbevölkerung ( sprich Massenmord ) in den jetzigen USA nicht nur auf der Basis billiger Indianerfilme sondern so real betrachten, wie sie sich zugespielt hat, dann kann man ein derartiges Bild nicht zeichnen.Vielleicht aber sollte man ab jetzt diskret zur Tagesordnung übergehen und nicht nur die EU – Partner ( wie beschlossen ) vor der Aufnahme auf dieser schwarzen Liste verschonen sondern auch die Schweiz. Manchmal ist es nicht schlecht, wenn man sich an einen anderen Spruch aus der Mitte des Volkes erinnert, der da heißt: „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold!“Also liebe Politiker: Schweigt ab jetzt und zerdeppert nicht noch mehr Porzellan!

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Juli 2009 um 10:19 Uhr