Bildung
Alarmrufe von Handelskammer, Handwerkskammer und Polizei Hamburg: Schulabgänger und Bewerber um Ausbildungsplätze sind zunehmend unqualifizierter, undisziplinierter und unmotivierter.

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 20.03.2009

Alarmrufe von Handelskammer, Handwerkskammer und Polizei Hamburg: Schulabgänger und Bewerber um Ausbildungsplätze sind zunehmend unqualifizierter, undisziplinierter und unmotivierter.
 
16 Prozent der Betriebe fanden deshalb im Ausbildungsjahr 2008 keine Auszubildenden –ein negativer Rekord. Fast doppelt soviel Ausbildungsstellen als 2006 konnten im Ausbildungsjahr 2008 in Hamburg nicht besetzt werden, weil die Bewerber nicht über die notwendige Ausbildungsreife verfügten.
Nach Aussage des Vizepräses der Handelskammer, Karl – Joachim Dreyer, ist dieses „das Ausbildungshemmnis Nummer eins“.
Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise will nämlich die Mehrheit der Unternehmen in Hamburg keine Ausbildungsplätze streichen. Sogar 18 % bieten in diesem Jahr zusätzliche Stellen an. Zusammen waren das im Ausbildungsjahr 2008 mehr als 7.500 – das heißt 750 mehr als 2007.
Wie der Deutsche Industrie – und Handelskammertag ( DIHK ) mitteilte, ist das sehr viel besser als im Bundesdurchschnitt. Danach will dort jedes vierte Unternehmen weniger ausbilden. Wenn es denn geeignete Kandidaten gäbe, würden 68 % der Hamburger Unternehmen sogar die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze noch erweitern. Jedoch fehlt es nach Aussagen von 61 % der Personalverantwortlichen in den Unternehmen bei den Bewerbern zunehmend an Ausdrucksvermögen, Rechtschreib- und Mathematikkenntnissen, erst Recht an Disziplin und Motivation.
Vom Handwerk werden diese Aussagen bestätigt und durch entsprechende Horrordetails ergänzt.    Nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für die Polizei Hamburg gestaltet sich die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer schwieriger, da für sie nur Bewerber in Betracht kommen, die nicht nur intelligent sondern auch sportlich und gesund sind. Die Polizei kann keine Abstriche an den Anforderungen an die zukünftigen Polizisten machen und wird – so die Ankündigung – weiter um die Besten kämpfen.
Das wird mit sinkenden Geburtsjahrgängen ein wachsendes Problem werden, denn schon heute benötigt die Polizei, um einen einzigen Ausbildungs- oder Studienplatz zu besetzen - nach Aussage der Polizeisprecherin Ulrike Sweden - 24 Bewerber. 
Wer versagt ?Es ist wohlfeil, immer nur anklagend auf das Schulsystem zu zeigen, das angeblich nicht allen Kindern die notwendigen Kulturtechniken vermittelt und sie deshalb nicht ausreichend auf das Leben vorbereitet. Vieles deutet nämlich darauf hin, dass das Elternhaus noch mehr als die Schule an der Misere schuldig ist, da häufig genug nicht Mutter und Vater mit den Kindern sprechen sondern nur der Fernseher.

In der soziologischen Forschung wird immer wieder auf die zentralen Rolle der familiären Sozialisation verwiesen, durch die schon gleich nach der Geburt der Grundstein für die Persönlichkeitsstruktur und damit für den Erfolg der jungen Menschen im Bildungssystem gelegt wird. Die Vermittlung von Werten und Wissen sowie die Entwicklung der Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen muss durch die Familie vorbereitet und laufend gestützt werden.
Außerdem hat auch die Schule zu „funktionieren“ – denn beide Institutionen: Schule und Elternhaus bedingen sich in ihrer Leistungsfähigkeit gegenseitig.
Beim Versagen dieser „Sozialisationsinstanzen“ kommt es häufig genug am Ende der Schullaufbahn zu der dargestellten fehlenden Berufsreife der jungen Menschen mit den sich spätestens daran anschließenden weiteren gesellschaftlichen Problemen.
Im Regelfall haben sich aber verschiedene Formen abweichenden sozialen Verhaltens bei vielen Kindern und Jugendlichen schon weit vorher gezeigt.
 Alles das Dargestellte ist bekannt – nur geschehen ist das Gegenteil. Nehmen wir das Beispiel Hamburg: Hier hätten alle für die Schulpolitik Verantwortlichen ihre Kraft dafür aufwenden müssen, die Eltern stärker in das Schulgeschehen einzubinden. Einem besonders ahnungslosen Teil der jungen Eltern ( häufig genug nur jungen Müttern ) hätte darüber hinaus das kleine Einmaleins des Erziehens vermittelt werden müssen.

Notwendige Veränderungen im Schulsystem sollten sich viel mehr auf die Inhalte konzentrieren und viel weniger auf die Strukturen. Die Lehrer müssten sehr viel mehr  Freiraum für ihre Arbeit zugestanden bekommen und sie hätten auch gegenüber einem versagenden Elternhaus ( falls man überhaupt in vielen Fällen von einem echten „Elternhaus“ sprechen kann ) mehr Unterstützung gebraucht. Die Schule hätte mehr denn je – besonders in den angedeuteten Fällen des Versagens der Erziehungsberechtigten/ Erziehungsverpflichteten – wie ein zweites Heim für die Kinder sein müssen.
Das alles geschah und geschieht nicht oder mindestens in nicht hinreichendem Maße; vielmehr ist in der letzten Zeit der Abstand zwischen der Schule und dem Elternhaus eher größer geworden. Die Hauptschuld daran trägt eine hochmütige, ideologiebelastete Denkweise der für die Schulpolitik in beispielsweise in Hamburg Verantwortlichen.
Das gilt aber auch für die anderen Bundesländer. Hierzu vergleiche die Beiträge zur Bildungspolitik von unserem Landesverband Bayern.

Mit dem Eintreten der GAL in die Regierung und dem verantwortungslosen Einknicken der CDU - Schulpolitiker vor den schulpolitischen Forderungen der Grünen verschärft sich die Situation in Hamburg erneut. Jetzt ist auch die einzig einigermaßen funktionierende Schulform in Gefahr – nämlich das Gymnasium.
Und sie ist es immer noch, denn die Entscheidung, den Beginn der flächendeckenden Einführung der sechsjährigen Grundschule in Hamburg aufzuschieben, wurde nicht durch bessere Einsichten verursacht. Sondern dafür war allein die späte Erkenntnis verantwortlich, dass der angedachten Zeitpunkt dafür nicht möglich gewesen wäre.

Wie eigentlich soll Bildungspolitik mit derartig verantwortungslosen Ideologen funktionieren ?
Wo sollen die vernachlässigten Kinder Zuflucht finden ?
Wo bekommen überforderte Eltern – häufig genug nur junge Mütter - Hilfe, wenn die Kraft, die Arbeitszeit und auch die Motivation der gelernten Pädagogen durch hanebüchenen ideologischen Blödsinn überstrapaziert werden ?
Und wieder erreichen die Folgen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen das Berufsleben.

Was erwartet uns sonst noch ?

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 17. April 2011 um 09:15 Uhr
 
Verbesserung der Qualität in Kitas

Verbesserung der Qualität in Kitas

 

Macht man sich einmal die gewaltige Verantwortung klar, die man in die Hände der Erzieherinnen legt, sollte man sich einmal Folgendes überlegen:

 

Wenn wir mit einem Flugzeug in den Urlaub fliegen, so lehnen wir uns entspannt in unseren Sessel zurück. Wir wissen: der Pilot hat eine fundierte Ausbildung, verdient viel Geld für seine Arbeit, tariflich vorgeschriebene Ruhepausen werden seitens der Fluglinien strengstens überwacht.

Und weil hier alle nötigen Rahmenbedingungen geschaffen worden sind, wissen wir: der Pilot wird uns sicher an unser Ziel bringen.

 

Wem vertrauen wir unsere Kinder an?

Den Beruf des Erziehers kann man nur mit einer unermesslich großen Portion an Idealismus und Selbstaufgabe durch führen.

Nach einer differenzierten und umfangreichen Ausbildung kann ja nichts mehr schief gehen, sollte man meinen.

Jedoch ist das tägliche Stresspensum gewaltig!

 

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. April 2009 um 07:34 Uhr
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Kitapflicht

Kitapflicht


In den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur die Arbeit in den Kindergärten, sondern es haben sich auch die Ziele und Ansprüche geändert.

Man redet inzwischen auch nicht mehr von Kindergärtnerinnen, sondern von Erzieherinnen und Erziehern. Die Ausbildung wurde an die Erwartungen angeglichen und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgebaut.

Ein wichtiger Teil der vorschulischen Erziehung ist und wird auch immer bleiben: die Erfahrung! Die Erfahrungen seit Ankündigung des KiBiz-Programms, haben gezeigt, dass dieses, damals schon in einigen Punkten kritisiert, schlussendlich nicht mit dem Alltag harmonisiert.

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. April 2009 um 07:38 Uhr
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