Der Angriff der Ratingagentur „Standard& Poor‘s“ gegen den Euro

Dr. Klaus Wieser, Landesverband Hamburg, 07.12.2011

Die Politiker, Journalisten und andere intensive Beobachter dessen, was sich in der Finanzwelt tut, werfen der Rating – Agentur "Standard & Poor`s" nach ihrer Drohung, auf einen Schlag die Bonität Deutschlands und vierzehn weiterer Euro – Staaten mit einem Schlag herab zustufen, ein politisches Werturteil vor. "Unfair und exzessiv" sei der angedrohte Entzug der TOP – Bonitätsrate AAA innerhalb der nächsten 90 Tage hieß es unisono.

Gemach! gemach!
Zunächst einmal ist das Kesseltreiben der amerikanisch dominierten großen Ratingagenturen, besonders von Standard & Poors, gegen den Euro allgemein bekannt. Ferner weiß man – oder sollte es mindestens wissen -, wessen Interessen vertreten werden. Das sind einmal die des Kapitalmarktes, der dadurch gewinnen kann, wenn das Zinsniveau für die Emission von Staatsanleihen dieser fünfzehn Staaten zukünftig nach oben gedrückt wird. Denn: Eine schönere Begründung für einen höheren Zins am Markt als das behaupteten höhere Risiko, ausweislich der Herabstufung des Ratings für diese Staaten, kann es kaum geben.
Und dann gibt es auch noch das Interesse des Dollarraumes, bzw. der USA, dem offensichtlich S&P verpflichtet ist. Nach der von dieser Ratingagentur bereits vorgenommenen Herabstufung des Dollars war es nur allzu logisch, auch dem großen Konkurrenten, dem Euro, ein schlechteres Rating zu verpassen.
Aber auch eine andere Deutung ist möglich, nämlich die, dass die Herabstufung des Dollars in Wirklichkeit eine Nebelkerze war, hinter der man besser Seriosität heucheln und sich umso ungestörter der eigenen Zielsetzung widmen kann ( Siehe oben! )

Die Drohung von S&P kann aber auch eine völlig andere Wirkung entfalten, und zwar ganz im Sinne der sehr frei entlehnten Selbstdefinition "..Ich bin ein Teil jener Kraft, die das Böse will und dabei das Gute schafft!" ( Näheres siehe Goethe, Johann Wolfgang – Sie wissen schon!)
Denn: Besser hätte man den Euroländern nicht vorführen können, was ihnen blüht, wenn sie sich nicht schnellstens auf einschneidende Änderungen in ihrer Finanz- und Haushaltspolitik einigen können.

Die DEUTSCHE ZENTRUMSPARTEI kann nur hoffen, dass auf dem Gipfel am nächsten Wochenende entsprechende Entscheidungen getroffen werden und dass damit auf den Märkten Vertrauen in den Euro – Währungsraum zurückgebracht wird.
Dass sich eine Waffe abstumpft, wenn sie zu häufig gebraucht wird, zeigte sich auch hier: Die Rendite zehnjährige italienischer Staatsanleihen sackte dem heutigen "Hamburger Abendblatt" zufolge "... erstmals seit mehr als einem Monat unter sechs Prozent ab. Generell zeigten sich die Kapitalmärkte wenig aufgeregt".

Die Verantwortlichen auf den Kapitalmärkten haben den Braten gewittert und entsprechend gehandelt, denn sie sagten sich wohl: "Wir sínd doch nicht blöd!"